Die Tücken der Nazi-Analyse: „gegenrede“ OWNED by Thiazi

Das info-portal „gegenrede“ gegen rechtsextremismus für demokratie hat sich einmal den Spass gegönnt, ein Mitglied des Thiazi-Forums genauer ins Auge zu fassen und ihn dabei fein säuberlich in kleine braune Scheibchen geschnitten. Wir werden hier mal ein paar Auszüge daraus zitieren. Klar wird abei aber auch, dass  die geschätzten MacherInnen des Portals „gegenrede“ sich vielleicht noch nicht so ganz auf den Level des Phänomens Thiazi-Gesox angekommen sind . Schön, wenn man eine kleine braune Ratte zerpflücken kann. Blöd, wenn man den Rest der Nazi-Horde dabei unterschätzt. Kommt nicht so gut …

Spurensuche im rechtsradikalen Thiazi Forum

„Ragnaroek“ oder was Nazis über sich im Netz verraten

„Es gehört eigentlich zur Aufgabe einer revolutionären Bewegung, solche Sachen nebst den teilnehmenden Protagonisten aufzuzeichnen, damit es generell nicht vergessen wird und sie später „sonderbehandelt“ werden können!“ (http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=66801)

Mit diesem Satz reagierte der Stammschreiber „Ragnaroek“ im rechtsradikalen Thiazi Forum auf die Berichterstattung über den NPD Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern im September 2006 im Sat1 Frühstücksfernsehen.

Das Thiazi-Forum ist nach Angaben der Betreiber mit mehr als 20.000 Mitgliedern aus allen Teilen der Welt die weltweit größte germanische Online-Gemeinschaft. In über 600 Diskussionsforen kann der Besucher des Forums über 600.000 Beiträge lesen zu Themen wie Bewaffnung, Holocaust, Rassenschande oder Judenpresse. Es werden dort auch Alltagsprobleme diskutiert wie nationalsozialistische Erziehung oder Namen für Kinder. Und für die ganz verschworenen Mitglieder gibt es natürlich auch geschlossene Zirkel.

Zurück zu „Ragnaroek“. Was für ein Mensch verbirgt sich hinter diesem Pseudonym, der unliebsame Journalisten „sonderbehandeln“ will, also mit dem Tode bedroht: ein jugendliches Großmaul, eine Fantasiegestalt oder eine reale, eine gefährliche Person?

Rassenschande! Das sagen die richtigen ^^ Der saubere Herr „Ragnaroek“ ist auf jeden Fall eine „reale“ Person ist – und für gefährlich hält er sich zumindest selbst (*g*):

In seinem Profil, das bei jedem Beitrag angezeigt wird, stellt er sich als männlich vor, der zur germanischen Rasse gehört, dem Schwarzen Orden angehört und irgendwo in Deutschland wohnt. Seinen derzeitigen Zustand beschreibt er als „Völlig verliebt!“. Er bekennt sich zum Nationalsozialismus und agiert unter dem Spitznamen „Ragnaroek“ seit Mai 2005 im Thiazi Forum. In dieser Zeit hat er knapp 1700 Beiträge verfasst und ist zu einem wichtigem Mitglied des Forums geworden, der die anderen Mitglieder sogar bei technischen Problemen berät.

„Gegenrede“ legt nach:

Im Thread oder Diskussionsstrang des Thiazi-Forums „Jetzt : Sat 1 Frühstücksfernsehen – Thema : NPD Wahlkampf in Mecklenburg“ wird „Ragnaroek“ für sein heftiges Vorpreschen kritisiert. Stammschreiberin „Norne“, eine Frau aus Oberbayern, hält ihm vor: „In Anbetracht der geistigen Verkommenheit/Verblendung des Deutschen Volkes müßtest Du aber demnach mit Deiner Einstellung das halbe Volk ausrotten.“ Sie schlägt stattdessen versuchsweise Umerziehung vor. „Ich bin der Meinung, man muß erst umerziehen, Ordnung schaffen und den, der da noch übrig bleibt und sich außerhalb der Volksgemeinschaft stellt, schicke ich dann zu Dir.““ Auch „Norne“ ist also nicht grundsätzlich gegen die Ermordung des politischen Gegners. „Ragnarök“ lenkt ein und schlägt stattdessen scherzhaft die Einrichtung von „Erholungslagern“ vor.

Und weiter geht’s:

Die ersten persönlichen Dinge über „Ragnaroek“ sind am 29.08.2005 im Thread „Arbeit, Auto, Frisur, Bier und Ehestand“ zu finden. Sein knappes Statement zu den fünf Fragen: Hartz 4, Fahrrad, 3 mm, Ducksteiner (Das Bier des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I in Preußen) + Schultheiß.“

Was für ein Beruf vor „Hartz 4“ lag, ist im Forum nicht klar erkennbar. Es gibt eine Passage im Diskussionsstrang „Waffen zur Selbstverteidigung“. Daraus lässt sich vermuten, dass er auf dem Bau gearbeitet hat: „Mein Freund Sergei hat mir mal erzählt, warum er hier in Deutschland geblieben ist und als einfacher Fliesenleger arbeitet, obwohl er bei der Russenmafia oder in irgendeiner Sicherheitsfirma viel besser dastehen würde. Er sagte, es würde seine Seele und seine Gefühle verbrennen, die er erst in der Ruhe von Deutschland wieder gefunden hätte. Ich habe ihn auf ner Baustelle kennengelernt und (…) .“

Die Biermarken sind ein erster Hinweis auf seinen möglichen Wohnort: Berlin und Umgebung. Nur die Frage nach dem Ehestand hält er geheim. Warum das so war, verrät er knapp ein Jahr später am 7.08.2006 im sehr intimen Thread „Alleinerziehend!NS und Familiensinn“ (http://forum.thiazi.net/archive/index.php/t-56750.html).

Dieser Diskussionsstrang wurde von Stammschreiberin „nickimuench“ aus München initiiert. Sie klagt darüber, dass der Vater ihrer 10 Monate alten Tochter nur Saufen, Konzerte, Stammtisch, Kameraden und andere Frauen im Kopf habe. Dass er sich nicht ums Kind kümmere, und dass sie nur Spott und Hohn von ihm ernte, weil sie alles mache und sogar das Geld verdiene. Sie sieht, dass trotz Naziumfeld, immer mehr Beziehungen kaputt gehen. Die stellt fest, dass zwischen nationalsozialistischen Gedankengut und Realität ein große Lücke klafft. Sie schwärmt für „Bund deutscher Mädchen“ und „NS-Frauenschaft“.

Andere Frauen in diesem Thread bestätigen die Beschreibung von „nickimuench“. Die an der Diskussion beteiligten Männer wirken betroffen und gestehen, dass es oft eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis gibt.

„Ragnaroek“ meldet sich erst recht spät zu Wort, ist aber recht gesprächig. Er hält die Familie hoch, gibt aber zu bedenken, dass sich Ehepaare auch auseinanderleben können. Und plötzlich ist er gar nicht mehr zu bremsen. Seine Kinder sind aus dem Haus. Seine Frau hat ihn nach 21 Jahren Ehe verlassen. Er hat drei Jahre nur gesoffen. Erst als er Opa wurde, hat sich sein Leben wieder geändert. Und er trinkt keinen Alkohol mehr.

Link: http://www.gegenrede.info/hint/2008/lesen.php?datei=071219_01

Wenn man das list, ist klar, was in der „gegenrede“ schief läuft …

Der Knackpunkt ist: Ragnaroek ist ein NAZI-PROLL! Hartz 4, Alkoholiker, Kurzhaarschnitt („3 mm“), ungebildet, Waffennarr, Ehe im Arsch, „Prolet“ (im negativen Sinn)! Solche Affen kennen wir (kennt jeder!)! Aber aus dem Internet? Eher weniger. Solche Typen hängen besoffen auf Bahnhöfen rum, pissen sich in der Fankurve ihre Jogginghosen voll und grölen „Sieg Heil!“. Der Nazi-Proll ist der klassische Strassen-Nazi, wie er draussen so rumläuft und die Gegend mit seiner Blödheit unsicher macht:  Ein „nordider“ Nazi-Affe:

Ok, das war zu krass (wir entschuldigen uns beim Affen für den Nazi-Vergleich) … Das ist besser:

Die Sache ist nur die: Nazi-Affe und Nazi-Glatze mit Scheiße im Kopf sind im Internet eigentlich Klischees, die es seltenstens wirklich in dieser Krassheit gibt. Welcher Absolute Naziproll ist schon fähig, einen Computer richtig zui bedienen (oder einzuschalten)? Rein von der Logik her ist es so, dass die Nazis, die  den „ON“-Knopf am Computer finden, zumindest schon deutlich über dem Durchschnitts-IQ des Strassen- und Proll-Nazis liegen. Irgendwas kann also an dem gegenrede-Text nicht stimmen. Etwas ist faul. Die „Ragnaroek“-Nazis gibt es, klar! Aber wie lange musste „gegenrede“ suchen, bis sie so einen gefunden haben?? Sind das die typischen Internet-Nazis? Leute, unterschätzt mal nicht, mit wem ihr es zu tun habt! Das könnte bö(h)se ins Auge gehen!

Wir wissen natürlich:  Reinrassige doitsche Nazis sind keine Intelligenzbolzen …

Aber sind es alles Proll-Nazis?

Nö, eindeutig nicht! Auch das sind nämlich Nazis (und nicht die ungefährlichsten):


Auch im I-Net sind nicht nur Hohlbirnen mit brauner Scheisse gefüllt, sondern auch manche kranken Hirne. Die Hohlkörper sind zwar vertreten (mit Hilfe ihrer „Kameraden“, die ihnen erklären, dass ein Mauszeiger nichts mit Käse zu tun hat), aber sie stellen bei weitem nicht die Mehrheit oder geben den Ton an. Die tiefbraunen Rädelsführer und durchschnittlichen kackbraunen Mitglieder eines Forums wie Thiazi fallen eher in die Kategorie „Normalos“. Da gibt es StudentInnen, AkademikerInnen, selbständige KleinkapitalistInnen, etc. „Normale“ Leute und doitsche „Staatsbürger“ also, die nicht nur auf den ersten Blick „ganz unauffällig“ aussehen, sondern auch auf den zweiten. Von den meisten würde man im alltäglichen Leben nicht vermuten, dass in ihren Hirnen die widerlichste braune Brühe herumschwappt. Der Faschismus ist, wie man so schön sagt, in der „Mitte der (bürgerlichen) Gesellschaft“ angekommen (war er da nicht immer schon?). Im Internet natürlich noch mehr als „draußen“, wo man nich die Intelligenz braucht, z.B.  Windoof zu bedienen.  Inzwischen dürfte klar sein, was wir an der Strategie von „gegenrede“ nicht so toll finden: Sie verharmlost das Phänomen „Internetnazi“, sie tut so, als müssten wir uns keine Sorgen machen … sie ist deshalb Kontraproduktiv!

Das weitere Geschwalle der „gegenrede“ ersparen wir euch deshalb (sorry GenossInnen, das war zwar gut gemeint, aber ein Griff ins Klo). Das Blödeste ist, dass sie allen Ernstes ein Outing dieser Kackwurst Ragnaroek versuchen:

Der Sport ist ihm als Hartz 4 – Empfänger einfach zu teuer geworden. Da ist ein Sportbogen doch erheblich preisgünstiger. Allerdings ist „Ragnaroek“ mit dieser Aussage, dass er IPSC-Schütze gewesen ist, für Behören eindeutig identifizierbar. Denn um seinen Schießsport wettbewerbsmäßige ausüben zu können, musste er einen so genannten Sicherheits- und Regeltest erfolgreich absolviert haben. Zusätzlich musste er eigentlich im Besitz einer Waffenbesitzkarte sein. Die bekommt man nicht so einfach. Auf alle Fälle ist er registriert. Und da einige seiner persönlichen Daten klar sind: männlich, geboren 1953 in Berlin (West), wohnhaft Berlin, Körpergröße 177 cm – es fehlen nur noch Augenfarbe, Haarfarbe und Name, sollte es kein Problem sein, ihn zu identifizieren.

Das Ziel von „gegenrede“ ist also ein Outing des ehrenwerten Nazi-Arschlochs „Ragnaroek“ als reale Person, die sich irgendwo da draussen in Berlin in einer schummrigen Ecke zwischen Filzläusen und Fäkalien ihre Sechsämtertropfen hinter die Binde kippt. Auch dies ein lobenswertes Motiv in altehrwürdiger (von uns sehr geschätzter und in anderen Zusammenhängen praktizierter) Antifa-Tradition. Bei fast 40.000 Schreibern dieses Forums allerdings eine Aufgabe, die jedes realistische Arbeitspensum antifaschistischer Gruppen übersteigen dürfte. Zudem: Noch nicht einmal bei der Kackerlake „Ragnaroek“ ist das Outing sonderlich gelungen (wie gesagt: Griff ins Klo). Was „gegenrede“ über herausgefunden haben will sind ein paar unbewiesene Vermutungen. Ob er der Grossstadt-Rambo ist, als der er sich ausgibt („combat shooting“, haha) wissen vermutlich nur seine „Götter“ und sein vom Ethanol gezeichnetes Gehirn.

Das SCHLIMMSTE kommt aber noch: Die Nazis – gar nicht dumm (!)  – können lesen (und schreiben!). So ist es ihnen möglich, auf den „gegenrede“-Text ein paar Worte  zu erwidern. Und das in einem eigenen Thread in ihrem bräunlichen Kloaken-Forum:

Das nennt sich dann „Linkes Info-Portal analysiert Thiazianer“ und das Ergebis sieht so aus, dass die Nazis selber einen der Macher von „gegenrede“ OUTEN!

Wie sieht das aus? Nun ja, jedenfalls 0:1 für den Anti-Antifaschismus. Die KameradInnen werden hier sicher nicht in den Genuss kommen, von uns wörtlich zitiert zu werden, aber die LeserInnen dieses Blogs sollten sich diesen Dreck mal SEHR genau ansehen. Vielleicht können sie dann auch ein paar FRAGEN beantworten. Z.B.: Was kann man daraus lernen? Ist die „gegenrede“-Strategie die richtige? Hat es einen Sinn, die SchreiberInnen eines Internet-Nazi-Forums mit den Methoden des klassischen Nazi-Outings zu bekämpfen? Welche Alternativen gibt es? Was kann man tun, damit es nicht am Ende heisst: OWNED BY ANTI-ANTIFA?? Das info-portal „gegenrede“ gegen rechtsextremismus für demokratie hat der Demokratie jedenfalls mit ihrer  gut gemeinten, aber schlecht ausgeführten Aktion gegen den Alkopop-Nazi „Ragnaroek“ einen ziemlichen (Berliner) „Bärendienst“ erwiesen. Outings von Proll-Nazis sind witzlos. Outings von Internazis sind überhaupt witzlos, weil man im Internet nun einmal JEDEN SCHEISS von sich behaupten kann und niemand kann das jemals nachprüfen. Gegen Internet-Nazis helfen ganz andere Strategien. Diese haben wir zum Teil schon entwickelt, zum Teil sind sie momentan in Erprobung. Wir werden darüber jedenfalls weiter Bericht erstatten …

Und diejenigen, denen das nicht passt, dass wir hier auch IDIOTISCHE Antifa-Methoden kritisieren, sollen sich folgendes hinter die Ohren schreiben: Wer konsequent gegen Rechts vorgeht, darf vor SCHÄRFSTER antifaschistischer SELBSTkritik nicht zurückschrecken. Also, liebe GenossInnen und FreundInnen von „gegenrede“. Wenn ihr Euch nächstes mal mit den Thiazi-Nazis anlegt, fragt zuerst UNS! Wir wissen, wie das geht (und werden es in diesem Blog noch öfters vorführen)! 😉

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2 Antworten to “Die Tücken der Nazi-Analyse: „gegenrede“ OWNED by Thiazi”

  1. Christian K. Says:

    die nazis vom thiazi sind ja bescheuert, die einzigen, den ich leiden kann ist dieser obelix und schattenhold.
    aber die film- und musicthreads von diesen nazis sind wieder echt der hammer
    sind ganz andere leute dort
    irgendwie kenn ich mich nicht mehr raus:
    manchmal is echt egal, ob lechts oder rinks…
    echt cool
    euer
    christian k.

  2. Thiazi Watch Says:

    Lieber Christian K.,

    das klingt so, als hättest du dir noch keine abschliessende Meinung gebildet (wie alt bist du eigentlich?). Ist natürlich dein gutes Recht. Wir wären die letzten, die irgendwem irgendwas vorschreiben wollen. Unserer Überzeugung nach gibt es in Sachen Rechtsradikalismus aber keinen Kompromiss. Es macht weniog Sinn, die Nazis wegen ihrem Musikgeschmack für bessere Menschen zu halten. Auch in Auschwitz gab es bekanntlich ein Lagerorchester und in DAchau vergnügte man sich bei Jopie Heesters! Das macht die Sache nicht weniger übel.

    Hinsichtl. Obelix und Schattenhold hast du aber recht! Das sind gute leute in diesem FOrum, die eine für meinen begriff sinnvolle taktik verfolgen. Wir (unsere Gruppe) haben auch Leute „undercover“ im Thiazi Forum. Das ist kein Geheimnis. Berührungsängste sind sowieso der falsche Weg (hat auch Burks mal in seinem Blog geschrieben).

    Liebe Grüsse und lass dich nicht einwickeln
    Thiazi Watch

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