Archive for the Antifa Category

Antikriegsdemos in Israel: Wo bleibt die deutsche Linke?

Posted in Aktuelles, Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , , , on 5. Januar 2009 by Thiazi Watch

Mal was anderes (aus aktuellem Anlass). Wir können uns ja nicht immer mit den Nazis befassen:

29. Dezember 2008

Tel Aviv: 15.000 auf Friedensdemo

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Der Überfall des Staates Israel auf das Palästinensergebiet Gaza stößt international auf große Kritik von Linken [aktuelles]. In Israel zogen am Samstag (3.1.09) 15.000 Linke durch Tel Aviv mit der Forderung nach einem Ende des Krieges und der Besatzung [jW, Gush Shalom].
Wir verweisen zudem auf aktuelle Erklärungen aus Israel von Uri Avnery (Gush Shalom), NGO-Bündnis, KP-Israels sowie Anarchist Agaist the Wall.
Weitere Erklärungen von: Informationsstelle Militarisierung (IMI), Friedensratschlags, Die Linke sowie der NGOs medico und IPPNW.

Verschwiegen werden in den Medien Proteste gegen den Krieg in Israel. Die israelisch Polizei reagierte bereits mit Repression und Festnahmen auf Proteste vor einer Militar-Basis [Info].

Die Gruppe Anarchist Against the Wall berichtet von Zusammenstößen zwischen Antimilitaristen und der Polizei in Israel.
Nach einem Bericht sitzen 200 Aktivisten in Israel in Haft, nachdem sie gegen die Überfall auf Gaza protestiert hatten [Info].

Am Samstag, 3.1.2009 zogen rund 15.000 linke Aktivisten aus Parteien, Friedensorganisationen sowie linksradikalen und anarchistischen Gruppen durch Tel Aviv [jW-Bericht | Bilder | Indy-Bericht]. Jüdische Fundamentalisten protestierten am Rand der Demo [Foto].

Lesenswert ist auch ein Interview mit einem PFLP-Sprecher. Info: Indymedia-Israel

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Link.

Deutlich wird hier, dass der widerstand der jüdisch-israelischen Linken gegen den völkermordenden Krieg gegen die Zivilbevölkerung von Gaza eine Realität ist. Umso beschämender ist es, dass Indymedia Germany (wir haben berichtet) vollständig und kritiklos auf die prozionistische Linie eingeschwenkt ist. Eine solche „Strategie“ (wenn es denn eine wäre) ist der hiesigen Linken unwürdig. Noch schlimmer! Sie ist gefährlich. Denn so erhalten die Nazis die Gelegenheit, das Thema des antiimperialistischen Freiheitskampfs des palästinensischen Volkes für sich zu reklamieren (unter dem Vorzeichen einer Verbrüderung mit der Hamas).

Auch hierfür gibt es inzwischen mehrere Beispiele im Thiazi Forum:

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Nazis unterwandern Wikipedia

Posted in Antifa, Aktuelles with tags , , , , , , , , , , on 4. Januar 2009 by Thiazi Watch

Nazibitionist

Nachdem Nazis schon seit längerem und mit bisher eher mässigem Erfolg versucht haben, ein eigenes konkurrenzprojekt zu Wikipedia namens „Metapedia“ aufzuziehen, legen sie es vermehrt wieder darauf an, die ihrer Ansicht nach zu linke politische Linie auf Wikipedia zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dabei haben sie es erwartungsgemäss vor allem Geschichtsklitterung (Holocaust-Leugnung, Verharmlosung des Hitlerregimes etc.) abgesehen. Daneben wird auch massiv versucht, in aktuellen gesellschaftlich-politischen Themen unterschwellige Meinungsmanipulation zu betreiben.

Symptomatisch dafür ist ein thread im Thiazi Forum mit dem Titel „Wikipedia auf dem Weg zur Freiheit„.

Hier einige Auszüge daraus:

Der user Agrippa“ schreibt:

Wikipedia sollte objektiver werden – alleine dadurch, dass sachliche und faktenorientierte auf viele Bereiche eingegangen wird, etwa der Geschichte, Rassenkunde, aktuellen Politik, Wirtschaft, Organisationen, Zusammenkünfte und dergleichen, sowie linksextrem-kulturmarxistisches Gedankengut keinen oder zumindest weniger Platz findet, ist schon sehr, sehr viel getan.

Ob irgendein Liedtext zitiert wird oder ähnliches ist doch absolut sekundär und als feste Propagandaplattform kann man es wohl auch kaum nutzen, aber entscheidend ist und bleibt die sachliche Darstellung, sowie das blockieren von kulturmarxistische-liberalen Verzerrungen. Am Ende bewirkt dies viel mehr als platte Propaganda oder in vielen Fällen auch alternative Online-Lexika, da Wikipedia einfach am stärksten frequentiert wird.

Insofern ist jeder ehrlich gemeinte und gut umgesetzte Versuch Wikipedia zu einem objektiveren Nachschlagewerk zu machen positiv zu werten, trotz der bekannten Einschränkungen und Schwierigkeiten. Darauf verzichten und sich davon zurückzuziehen ist jedenfalls keine Lösung. Das ist genauso wie wenn man auf Parteibasis und offizielle Organisation gänzlich verzichtet, dass wird am Ende nur den Gegnern mehr nutzen als der eigenen Bewegung.

Die intelligenteren Nazis haben demnach erkannt, worum es geht: Nicht nur um die Schaffung alternativer Strukturen von Rechts, sondern vor allem um das Einsickern in den mainstream. Eine Gefahr, die von antifaschistischer Seite nicht stark genug betont werden kann.

Zuvor schrieb ein Nazi unter dem Pseudonym „derbote“:

Ich bin jetzt schon einige Zeit bei Wikipedia registriert, daher kenne ich die Zustände gut. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass die Linken unter Druck geraten. Der bekennende Kommunist Brummfuss, der Gründer einer Seite, die „rechtsextreme Autoren“ beobachten soll ist unbegrenzt gesperrt worden. Die Volksfeinde vom „Diderot-Club für eine freie Wikipedia“ werden auch nacheinander gesperrt.
Erfreulicherweise werden unsere Aktivisten freundlicher behandelt. Der allseits geschätzte MARK wurde nicht wie üblich schnell und undurchsichtig gesperrt, sondern bekam einen Sperrnachlass, nachdem er einen Linken beschimpft hatte. Viele Zeitschriften und Internetseiten dürfen jetzt wieder genannt werden, nachdem sie jahrelang unterdrückt wurden.
In den Artikeln wird die linke Propaganda immer weniger.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Wikipedia den Bolschewisten zu entreissen und mit nationalem Wissen zu füllen. Gibt es hier noch andere Leute mit einem Wikipedia-Zugang? Wenn ja möchte ich euch bitten, mit mir Kontakt aufzunehmen um einige wichtige Aktionen mit Unterstützung durchführen zu können.

Offenkundig besitzt hier jemand insider-Infos über den Wikipedia-Betrieb. Beweis dafür, dass sich das Interesse der Nazis nach wie vor stark auf diese Seite konzentriert bleibt, auch paralell zur Alternative „Metapedia“.

Während „derbote“ in Vorfreude über einen von ihm herbeifantasierten Wiki-Rechtsruck schweltg äussert sich „fritzderkleine“ skeptischer:

Quatsch,
Wikipedia ist und bleibt von links manipuliert. Wenn ihr ein nationales Lexikon sucht, solltet ihr bei Metapedia reinschauen.

http://de.metapedia.org/wiki/Hauptseite

Vergleicht nur mal die Seiten zu Adolf Hitler und ihr werdet den Unterschied sehen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler

http://de.metapedia.org/wiki/Hitler

Und bei Kathpedia wird man gleich weitergeleitet:

http://www.kathpedia.com/index.php/Totalitarismus

Derbote“ antwortet darauf:

Natürlich gibt es Pnach wie vor Propaganda der Linken, aber jetzt ist wie schon oben erwähnt ein Anfang zum Ende der linken Vorherrschaft sichtlbar. Man muss sofort aktiv werden, um die Lücke zu füllen. Viele Linke geben jetzt auf, wodurch ihre Verteidigungskraft geschwächt ist = zum Angriff.

Vor einigen Monaten zitierte ein Administrator ein Lied von Zyklon B. Natürlich sind einige Querulanten aktiv geworden, es hat ihnen aber niemand zugehört. Ein Spinner wollte den Administrator sperren lassen, im Endeffekt wurden aber er und einige andere Linke, die ihn unterstützt hatten gesperrt.

Man muss diese Gelegenheit wahrnehmen, wenn man die Linken aus Wikipedia vertreiben will. Jetzt ist Wikipedia bereit, es kann sich natürlich ändern, wenn man nichts unternimmt.

Und weiter …

Es ist wichtig, dass möglichst viele Leute mitmachen. Das ist die Gelegenheit, die Linken zurückzuschlagen. Wenn es die Seite nicht mehr gibt können die Linken nur schwer beobachten, was sich in den wichtigen Artikeln tut.

Mit „die Seite“ ist die Wiki-Beobachtungsseite „Nazipedia“ gemeint.

Hier ist eine klare Strategie der Nazis zu erkennen, die nicht auf die leichte schulter genommen werden sollte. Die angebliche linke Vorherrschaft auf tatsächlich freien Plattformen wie Wikipedia (deren Schwäche gerade in ihrer Freiheit und demokratischen Struktur besteht) soll durch systematische Unterwanderung gekippt werden. Gegen „kulturmarxistische“ Wiki-Editoren und Admins werden Intrigen gesponnen und Taktiken entwickelt, um die Inhalte von Wiki-Beiträgen zu beeinflussen. Aufschlussreich auch die Aussage des braunen Hetzers und Plakatschmierers „Wolfgang Reinhard„:

  1. Eine Objektivität gibt es nicht.
  2. Es mag bestimmte naturwissenschaftliche Erkenntnisse geben wie z.B. die chemische Formel für Wasser, die jedes Lexikon gleich beantwortet.
  3. Wer sind aber die Macher und Finanziers von Wiki – Ja – WER sind sie?
  4. Die gleiche Frage könnte ich auch an sogenannte NGO (Non Governmental Organisations) stellen wie Amnesty International, ATTAC usw.
  5. Was will ich damit sagen? Jeder hat eine Weltanschauung. Verkürzt ausgedrückt: Internationalismus oder Nationalismus. Materialismus (Marxismus bzw. Liberalismus) oder Idealismus. Beide sind wie Feuer und Wasser – und lassen sich nicht miteinander verbinden.
  6. Im Klartext: Wiki ist wie auch die anderen NGO eine Vorfeld-Organisation der Internationalisten, die ihre Weltanschauung langfristig in allen Feldern durchsetzen wollen. Sie versuchen alle denkbaren internationalistischen Positionen von links bis konservativ abzudecken. Um somit eine Pluralität der Meinungen und Positionen vorzugaukeln.
  7. Siehe auch: Metapedia und Dia-Schau: http://de.metapedia.org/wiki/Benutzer:Wolfgang_Reinhard

Wir können den Nazis wieder mal dankbar sein, dass sie doof genug sind, ihre Pläne in solcher Weise öffentlich zu machen. Mitlesenden WikipedianerInnen empfehlen wir verstärkte Wachsamkeit bei der Abwehr getarnter Nazis, die ihr braunes Gedankengut unbemerkt auf Wikipedia unterbringen wollen.

Weitere Links zum Thema:

Wikipedia wird immer brauner

Anzeige gegen Wikipedia wegen Nazi-Propaganda
EI exclusive: a pro-Israel group’s plan to rewrite history on Wikipedia

Bullen, Nazis, Idioten: Update zum „Fall Mannichl“

Posted in Antifa, Aktuelles with tags , , , , , , , , , , , , on 31. Dezember 2008 by Thiazi Watch


Der „Fall Mannichl“ (wir berichteten) entwickelt sich vom medialen Winterlochthema zu einer Peinlichkeit erster Güte. In bürgerlichen und antifaschistischen Medien wird noch über die Verhinderung einer für den 3. Januar geplanten Nazi-Demo debattiert, während gleichzeitig immer unklarer wird, ob denn der allseits beliebte (*Ironie!*) Hardliner-Cop sich das Lebkuchenmesser nicht vielleicht doch selbst in den Bauch gepiekst hat, um seinen Bullenkumpels das repressive Vorgehen gegen „Extremisten“ jeglicher Coulör zu erleichtern. Jedenfalls fehlt von dem angeblich glatzköpfigen, zwei Meter langen und mehrfach gesichtstätowierten Nazi-Täter nach mehrwöchiger intensiver Fahndung durch eine eigens eingerichtete 50 BullettInnen starke Soko jede Spur. Wenn nicht bald eine solche Spur auftaucht oder der Nazi-Hintergrund des Anschlags klar erwiesen wird, machen sich sämtliche Initiativen, Medien, Parteien, Politiker, die den „Fall Mannichl“ von der ersten Sekunde an medial auszuschlachten versucht haben (etwa in Richtung NPD-Verbot) in einem Mass lächerlich, dass mensch wohl von einem irreparablen Schaden für den Kampf gegen Rechts sprechen muss.

Die Nazis kringeln sich offenbar auch schon vor Amüsement, prima zu sehen in der digitalen Nazi-Spelunke „Thiazi-Forum“: genauer gesagt in dem schon erwähnten thread „Passau: Polizeichef verletzt – Täter (?) angeblich „Neonazi“„.

Dort schreibt vor 2 Tagen ein gewisser „Nussknacker“ hämisch über die an Hysterie grenzende Medienberichterstattung:

Die Masse läßt sich nach wie vor an der Nase herumführen und die Lohnschreiber spielen ihre Rolle als „unbestechliche Wächter“ der Demokratie ja auch mit Herzblut, aber immer weniger denkende Menschen fallen darauf herein.

Mittlerweile reicht das Mißtrauen doch schon bis weit in die „bürgerliche Mitte“. Die guten Zeiten für willige Mitläufer in den Redaktionen gehen auch langsam zu Ende. Man braucht keine qualifizierten, vielseitig gebildeten denkenden Menschen mehr. Volontäre und freie Hilfskräfte können den Job genauso gut und wesentlich billiger erledigen.

Da kommt langsam Panik auf und die nächste Journalistengeneration wird von den Privilegien und finanziellen Wohltaten, die heute noch tarifvertraglich abgesichert sind nur noch träumen können – ganz gleich wie sehr die sich erniedrigen und wie beflissen die Speichel lecken.

Ein anderer Spassvogel namens „Kuckucksklan“ delektiert sich:

Wer weiß, was da wirklich war – vielleicht im Suff beim Kartoffelschälen ausgerutscht un dann müssen die Braunen dafür büßen…

Derweilen feixt der psychologisch dringend betreuungsbedürftige Nazi-„Betreuer“ „Perversist„, bezugnehmend auf ein Foto, auf dem Bullen der „Soko Fürstenzell“ bei der Arbeit zu sehen sind:

Wenigstens sehen die Beamten auf dem Foto so aus, als ob sie bei ihrer Arbeit eine Menge Spaß hätten. SoKo Mannichl = Raus aus dem Alltagstrott, weg vom harten Tagesgeschäft in Ausländerghettos und kriminellen Milieus, rein in die bizarre, schaurig-schöne Welt der Schlangen- und Kreuznazis, der mysteriösen Lebkuchenkiller und blitzartig genesenden Mannichl-Robocops …

Anerkennend zitiert wird von den Nazis die „Augsburger Allgemeine“:

Mannichl war am 13. Dezember vor seinem eigenen Haus niedergestochen worden. Der Polizeichef beschrieb den Täter als kahlköpfigen, großen Mann mit einer auffälligen Tätowierung. Doch trotz intensiver Fahndung der 50-köpfigen Sonderkommission „Fürstenzell“ gibt es bislang keine Spur. Stattdessen drängen sich Fragen auf:

Warum kann der erfahrene Polizeibeamte Mannichl keine bessere Beschreibung des Täters liefern oder ein Phantombild anfertigen, obwohl der ihm eine ganze Zeit lang gegenüberstand?
Warum hat Mannichl sich nicht gewehrt gegen einen Angreifer mit Messer, der erst noch zwei längere Sätze aufsagt?
Warum greift ein Attentäter zu einem Küchenmesser, das zufällig auf einer Fensterbank neben dem Eingang liegt und benutzt nicht eine eigene Waffe?
Und warum wusste der Angreifer überhaupt, dass das Messer aus dem Haushalt Mannichl dort liegt?

Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Ja, es gibt bisher noch nicht einmal den Versuch einer Erklärung seitens der Ermittler.

Link.
Vgl. auch Altermedia.

Besonders aufschlussreich ist ein statement von Rassistenpapst Agrippa„, in dem sich leider deutlich bewahrheitet, wovor wir bereits in unserem oben verlinkten Artikel gewarnt hatten: Der Schulterschluss zwischen Nazis und Bullen, über den auch der Mannichl-Hype nicht hinwegtäuschen kann:

Ich möchte hier auch darauf hinweisen, dass ich von einer allgemeinen Diffamierung der deutschen Polizei überhaupt nichts halte, denn letztlich sind alle Polizeibeamten auch nur Menschen, die ihrem Beruf nachgehen, die Mehrheit aus achtbaren Gründen. Beurteilen kann man hier nur jeden einzelnen für sich, als Menschen und Person, wie er mit seiner Machtbefugnis und Verantwortung umgeht. Es ist in meinen Augen hochgradig kontraproduktiv, wie es manche hier schon taten, die Polizei „zum Feind zu erklären“.

Auch wer negative Erfahrungen bei Demonstrationen oder Hausdurchsuchungen und dergleichen machen musste, sollte sich bewußt bleiben, dass es sich hier oftmals um spezielle Kommandos handelt oder Beamte, die man absichtlich solange gefrustet in Reih und Glied stehen ließ, bis sie auf jede Provokation mit Gewaltexplosionen reagierten – in dem man ihre menschlichen Schwächen ausnutzte. Das ganze Spiel, welches man hier so oft im Zusammenhang mit Demonstrationen beschrieben bekommt, hat doch Methode und soll sowohl die Polizeibeamten, wie die rechtsorientierte Fundamentalopposition dazu bringen, gegeneinander vorzugehen, sich „zu hassen“.

Wer dem nachgibt – auf beiden Seiten – der spielt nur dem manipulativen und ausbeuterischen liberalkapitalistischen System in die Hände, welches jede qualitative Fundamentalopposition stigmatisieren und die Ordnungshütern zu willigen Vollstreckern des politischen Unrechts degradieren möchte.

Auf die Pressemeldung „“Gewaltbereite Neonazis greifen zunehmend Polizisten an. Das ist eine neue Strategie““ antwortet „Agrippa“:

Falsch. Das ist die Strategie der politischen Manipulatoren, welche dem deutschen Volk das Erkennen der ureigenen Interessen verunmöglichen möchte. Leider ist diese Strategie der ständigen Provokationen, auch durch eingesetzte Agenten und Provokateure „in den rechten Reihen“ und einer von langer Hand geplanten ansteigenden Gewaltspirale zum Teil aufgegangen, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn genau das war beabsichtigt um jeden Schulterschluss zwischen Polizeikräften und Konservativen mit der rechten Fundamentalopposition zu verunmöglichen, nichts anderes war der Zweck dieser Dauerprovokationen, die ihn gezielter Gewalt innerhalb und geistiger Entfremdung dieser deutschen Kräfte gipfeln sollten.

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1411838&postcount=764

Mit querfrontlerischem Vokabular, verschwörungstheoretischen Untertönen und unterschwelliger Anbiederung an Bullen, System und ‚brav ihren Dienst tuende‘ Beamte wirbt man also in Nazi-Kreisen mittlererweile wieder um die Sympathie der kleinen und grossen Mannichls. Eine solche Strategie droht umso mehr zum erfolg zu werden, als nun, nach der Peinlichkeit des Falls Mannichl ein backlash zugunsten der Nazis zu erwarten ist. Es muss nicht erwähnt werden, dass diese Nazi-Strategie in jeder Hinsicht gefährlicher ist als jede beliebig grosse Horde glatzköpfiger Lebkuchenmesserstecher aus der multimedialen twilight zone.

Die Übersteigerte Mannichelei der bürgerlichen Presse und leider auch etlicher linker/antifaschistsicher Gruppen und Parteien hat aber noch einen anderen unangenehmen Nebeneffekt. Sie drängt andere Fälle rechter Gewalt in den Hintergrund. Wer will nach der peinlichen Geschichte mit dem Lebkuchenmesser schon noch etwas von wirklichen Nazi-Opfern wissen? Z.B. von Thorsten Lamprecht …?

25. Dezember 2008

Zur Nazi-Attacke in Passau

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Seit dem am 13.12.08 in Passau ein Polizeichef von vermutlich Neonazis attackiert wurde, sprechen Medien, Politik und Polizei von einer „neuen Qualität“ neonazistischer Gewalt. Neue Qualität? Eine „neue Qualität“ hat höchstens der berechtigte Ermittlungseifer der Poliizei erreicht. Eine 20köpfige Sonderkommission sucht die Angrifer, der Polizeichef hat das Krankenhaus Ende Dezember verlassen. Niemand sucht mehr nach den Mördern von Thorsten Lamprecht, der 1997 von Nazis in Magdeburg ermordet wurde.

Seit 1990 wurden rund 150 Personen von Neonazis ermordet. Die BRD-Regierung spricht jedoch nur von 40 Morde. Allein im Jahr 2008 fünf Menschen: Info. Bei zahlreichen Überfällen und Morden auf weniger prominente Opfer blieben die Täter unbekannt oder wurden Angeklagte zu lächerlichen Strafen verurteilt.

Link.

Erwähnenswert ist noch, was in Richtung der Nazi-Demo in Passau geplant ist. Manche Stimmen aus dem braunen Sumpf meinten da etwas von einer neuauflage des infightings zwischen NPD und „Freien“ unken zu müssen. Nazi-Multifunktionär Christian Worch stellt das richtig und schreibt in dem besagten Thread im Thiazi-Forum:

Zum Beitrag von @ vorndran:

Gemach mit der Kritik. Weder parteifreie Kräfte in Bayern noch ich haben in dieser Sache Grund, uns über die NPD zu beschweren. Fakt ist folgendes:

Am 18. Dezember kam der Gedanke auf, eine Protestdemonstration durchzuführen. Ein prominenter parteifreier Aktivist aus Bayern kontaktete diverse NPD-Verbände aus der Region bis hin zum Landesverband. Alle stimmten zu und sagten Mitwirkung bzw. Unterstützung zu. Daraufhin wurde die Demonstration am 20. Dezember angemeldet. Wegen gesetzlicher Bestimmungen durfte erst drei Tage später dafür geworben werden. Daß die NPD sich mit der Werbung ein wenig mehr Zeit ließ (Verlinkung auf der Landesseite Bayern bzw. ab heute Wiedergabe des Aufrufs auf der Bundesseite), liegt daran, daß eine Partei nun mal ein wenig bürokratischer ist als parteifreie Aktivisten. Das ist ein allgemeines Problem und kann der NPD im vorliegenden Fall nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Der Parteijustitiar Frank Schwerdt wurde in dieser Sache noch nicht persönlich kontaktet, weil seine Hilfe nicht nötig ist. Würde ich seine Hilfe brauchen, würde mir diese zweifellos zur Verfügung stehen, genauso, wie umgekehrt ich ihm helfe, wenn dies erforderlich ist und eine entsprechende Frage oder Anforderung von ihm kommt. Wir stehen insbesondere in versammlungsrechtlicher Hinsicht in regelmäßígem Informationsaustausch.

Ein norddeutscher Landesvorsitzender hat mir ungefragt, also von sich aus, finanzielle Unterstützung für den Fall angeboten, daß das Verfahren gegen das Verbot scheitern sollte. Ich habe keine Zweifel, daß auch andere NPD-Verbände diesbezüglich mithelfen würden, wenn es nötig wäre. Ich gehe aber davon aus, daß der Rückgriff auf diese freundlichen Hilfsangebote gar nicht notwendig sein wird, weil ich annehme, daß wir das Verfahren gewinnen werden.

Wie ich schon in der Kommentarspalte von Altermedia dargelegt habe: Zumindest Teile der NPD in Bayern sind von der Repressionswelle auch betroffen. Vielleicht nicht so spektakulär wie einige parteifreie Kameraden, aber sie sind durchaus auch betroffen. Die NPD insgesamt ist ebenfalls betroffen, weil der Fall Mannichl – inzwischen von dem konkreten Fall losgelöst – mal wieder eine der zyklischen Diskussionen über ein NPD-Verbot losgetreten hat.

Gerade weil ich als Parteikritiker (und damit auch speziell Kritiker der NPD) bekannt bin, lege ich Wert darauf, daß die NPD nur da kritisiert wird, wo dies angemessen und begründet ist. In diesem Fall ist bis auf die erwähnte bürokratische Schwerfälligkeit der NPD keine Kritik angemessen.

Grüße
Christian Worch

Link.

D.h. die Sache ist durchaus ernst zu nehmen, auch wenn Worchs langatmiges gesabbel natürlich einige Risse in der braunen Einheitsfront notdüftig zu übertünchen versucht. Es sieht aber vorerst doch so aus, als ob NPD und „freie Kräfte“ hier tatsächlich wieder gemeinsam agieren könnten. Der dämliche Fall Mannichl hat also noch einen weiteren unbeabsichtigten Effekt: Er schweisst die rechte Szene zusammen.

Sofern sich die Aktion nicht noch rechtlich verhindern lässt, wird mit einem massiven Nazi-Aufgebot in Passau zu rechnen sein (background: http://npd-blog.info/?p=2604).

NPD-Hacks am Rande des 25. CCC-Kongresses

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , on 31. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Dass Forenhacks viel bringen, glauben wir nicht, aber die jetzt bekannt gewordenen NPD-Seitenhacks, die von einigen Witzbolden offenbar spontan auf dem 25C3 hingelegt wurden, ringen uns doch ein Schmunzeln ab. Schön ist auch, dass der CCC damit quasi politisch „Farbe bekennt“, was sonst nicht gerade üblich ist.

30.12.08

Hacker brechen angeblich in NPD-Server ein / NPD-Seiten vorübergehend offline

Allgemein

Einige Teilnehmer des 25. Chaos Communication Congress (25C3) in Berlin haben laut einem Bericht von Heise-Online konzertierte Hackerangriffe auf Webseiten und Server der rechtsextremen NPD ausgeübt. Die Seite NPD.de war vorübergehend nicht mehr zu erreichen, genau wie zahlreiche Seiten von Landesverbänden. Die illegalen Eindringlinge veränderten zudem die Internetauftritte des Landesverbands Schleswig-Holsteins sowie der NPD Südwestpfalz – und “schmückten” es mit dem Bild eines Affen, der die Hand wie zum Hitlergruss erhebt und eine Nazi-Armbinde trägt. Darüber hinaus haben die Hacker auch einen niederbayerischen NPD-Server “aufgemacht” und sich Datenbankzugang zu NPD.de verschafft.

affenpd.jpg

Auf der Unterseite zum NPD-Hack im Kongress-Wiki sei davon die Rede, dass mehrere Eindringlinge am Knacken der Passwörter für die Datenbank hinter der Adresse weltautor.npd.de gearbeitet hätten. Diese könne den Weg zu einem zentralen Content-Management-System der rechtsextremen Parteo öffnen, hieß es. Darüber könne man etwa auf NPD-Blogs (ich hoffe, es gibt da keine Verwechslungen…) zugreifen. Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC), der den Kongress veranstaltet, sprach gegenüber heise online davon, dass bei dem ein oder anderen Teilnehmer offenbar “das bürgerliche Engagement durchgegangen ist”.

wikihack.jpg

Mittlerweile wurden interne Fotos veröffentlicht, so ist offenbar Jens Pühse beim Baden in einem Fluss mit einem anderen Neonazi sowie eine Schifffahrt mit Holger Apfel zu sehen. Weiterhin wurden ganze Listen mit Benutzernamen und von NPD-Seiten veröffentlicht. Auf den Seiten der NPD-Jena wird mittlerweile eine Kundgebung beworben, auf der die Auflösung der NPD verkündet wird.

aufloesungnpd.jpg

Die NPD in Erfurt ruft hingegen zu Spenden für die Aussteigerinitiative Exit auf und zitiert das Gedicht ”Der Tod ist ein Meister aus Deutschland”.

hackerfurt.jpg

Siehe auch: B&H-Hack: Fette Beute durch kleinteiliges puzzlen?, Hacker legen Nazi-Seiten lahm

Link.

Und hier heult Altermedia: Ein Pfund Gehacktes, darf’s etwas mehr sein? – Heise Online über gehackte Internetseiten (31.12.08)

Wild treiben es die neuen Germanen. Teil 1: Das Julfest

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 29. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Nazi-Kugeln

Ein schöner Beitrag auf Jungle World über den auch uns bislang rätselhaften Germanenkult der „germanischen Weltnetzgemeinschaft„:

antifa

Jungle World Nr. 52, 23. Dezember 2008

Wenn die Ahnen um den Lichtbaum tanzen

»Ewige Wacht« statt »Stille Nacht«: Wie echte Germanen und andere Nazis Weihnachten verbringen.

von Theodora Becker und Oliver Schott

Christen feiern Weihnachten, Juden feiern Channuka, Germanen hingegen feiern das Julfest. Wäh­rend wir aus zahlreichen Verfilmungen von Charles Dickens’ »A Christmas Carol« sowie aus etlichen Folgen von »South Park« bestens über die Bedeutung und den Ablauf von Weihnachten und Channuka informiert sind, wissen wir kaum etwas über die Gebräuche unserer germanischen Mitbürger.

Das liegt vielleicht daran, dass das Germanentum eine recht junge Erscheinung ist. Erfunden wurde es zwar schon von den alten Römern als Sammelbezeichnung für ihre unberechenbaren, rauflustigen, unrasierten und trinkfreudigen Nachbarn im Norden, die schon damals die Neigung zeigten, ihren Hobbys Morden, Plündern und Brandschatzen auf ausgedehnten Europa-Rundreisen nachzugehen. Doch meist bekämpften sich die ger­manischen Stämme lieber gegenseitig. Es fehlten gemeinschaftsstiftende Elemente, namentlich die moderne Rassenlehre und das Herzstück des germanischen Geistes, der wahnhafte Antise­mitismus. Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich das echte, stolze, traditionsreiche Germanen­tum, das wir seither kennen.

Dank großer Fortschritte auf dem Gebiet der pseudo­wissenschaftlichen Brauchtumsforschung, die seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu verzeichnen waren, konnte aufgedeckt werden, dass die armen Germanen seit über 1 000 Jahren – ohne es überhaupt zu ahnen – Opfer der kulturellen Unterdrückung durch die ihnen vollkommen »rassisch wesensfremde«, jüdisch-christliche Zivilisation geworden waren. Insbesondere Heinrich Himmler und seine Gesin­nungsgenossen von der SS machten sich im Verlauf der dreißiger Jahre um die Erfindung »art­eigenen Brauchtums« verdient. Hier liegen auch die Ursprünge des Julfestes, das in seiner klassischen Ausformung erstmals 1935 begangen wurde und daher zu den urtümlichsten Bestandteilen des germanischen »Artglaubens« gezählt werden darf.

Worum geht es nun beim Julfest? Zunächst ein­mal wird statt Christi Geburt die Wintersonnenwende gefeiert. Christliche Kreuze (artfremd) sind durch Hakenkreuze und Sonnenräder (germanisch) zu ersetzen. Der Weihnachtsbaum heißt Jul­tanne oder Lichtbaum, und statt des Christkinds bringt Frau Holle Geschenke. Ein wichtiger Bestand­teil des Ritus ist das Entzünden des Julfeuers, um das dann die ganze Sippschaft andächtig oder »Lichtersprüche« aufsagend herumstehen kann. Dabei weckt das Knistern der Flammen nostalgische Erinnerungen an vergangene Heldentaten und große Pläne für das neue Jahr. Wichtig ist auch der Julleuchter, eine irdene Gerätschaft, die traditionell in Sklavenhandarbeit in den KZ-Werkstätten von Neuengamme und Dachau hergestellt wurde.

Das Julfest ist ein Fest des Gedenkens an die Ahnen, welche nach germanischem Glauben die Fei­erlichkeiten mit ihrer unsichtbaren Anwesenheit beehren. Unter »Ahnen« sind selbst­ver­ständ­lich vor allem gefallene Soldaten zu verstehen. So heißt es in Thilo Schellers traditionellem Gedicht »Ewige Wacht« von 1943: »Wenn dann die Kerzen am Lichterbaum zu Ende gebrannt,/Legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand/Jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:/Wir starben für euch, weil wir an Deutschland geglaubt.« Kein Wunder, dass germanische Kinder nur einen Traum haben: wie der unsichtbare, tote Onkel fürs Vater­land durch den Dreck zu robben und zu krepieren.

Doch heutzutage ist es nicht gut bestellt um die Bewahrung des altehrwürdigen »Artglaubens«. Denn die Usurpation altgermanischer Bräuche durch das Christentum wird häufig nicht zur Kenntnis genommen oder gar verharmlost. Gemäß dem Motto, jeder solle feiern, was ihm gefällt, verschwindet ein »kultureller Genozid« hinter einer Beliebigkeit, die sich auch noch mit dem Wort »Toleranz« schmückt!

Diesem Umstand entgegenzuwirken, bemüht sich die NPD Rhein-Neckar. Sie veranstaltete dieses Jahr zwar eine ganz biedere Weihnachtsfeier, verband diese aber mit einem Referat des zweiten Vorsitzenden Jan Jaeschke über die wahren Ur­sprünge der »deutschen Weihnacht«. Der Vortrag war »gerade für die neuen Mitglieder und Interessenten sehr aufschlussreich«, wie man auf der »Heimseite« verkünden konnte.

In dem Neonazi-Portal Enos werden solche reformistischen Bemühungen verworfen. Weihnach­ten wird als »Fest der Lüge« entlarvt, passend illustriert durch einen fies grinsenden Weihnachts­mann mit Drudenfuß auf der Mütze und einer auffällig großen und krummen Nase. Weihnachten diene einzig und allein dem Umsatz der Kapitalisten. Statt den diktierten Konsum und die geheuchelte Freude mitzumachen, solle man, wenn man denn »Schneid hat«, lieber das Julfest feiern. Merke: Wer zum »arteigenen Brauchtum« zurückkehrt, kann damit nicht nur Courage beweisen, sondern sogar noch Geld für Geschenke sparen.

Wie schwierig es auch für Germanen ist, dem Nachwuchs die spirituelle Bedeutung des Festes zu vermitteln, zeigt eine herzerwärmende Episode aus dem »Thiazi-Forum«, der »Germanischen Welt­netzgemeinschaft«. Der Benutzer Tanngjost (»Unterrasse: Dinarid-Nordid, Politik: völkisch, Re­ligion: naturverbundener Waldschrat«) fragt, ob die Mitgermaninnen und -germanen denn einen Baum in der Stube hätten. Darauf antwortet Raginhild (»Unterrasse: Ideal Sexy Angel, Politik: Ich hab immer Recht, Religion: Cosmopolitan-Anbeterin«): »Wir hatten natürlich einen Baum ste­hen, mit Kindern ist das unumgänglich, und es macht ehrlich gesagt auch Spaß, den zu schmücken. Einziges Manko dieses Jahr: Die Mädels haben die Spitze gebastelt, und als ich in die Stube kam, wurde ich kreidebleich und mein Mann lag am Boden vor Lachen. Sie hatten einen roten Stern mitten auf den Baum gespickt!«

Doch von »fehlendem Nationalbewusstsein« und »starkem Identitätsverlust« bleibt nicht einmal die »größte germanische Online-Gemeinschaft« verschont. Im Thread über Weihnachtslieder etwa wird zutiefst artfremdes Liedgut der Beach Boys oder der Beatles empfohlen. »Wenn man jedoch sieht«, so Tanngjost voll bitterer Ironie, »welcher Art die Interpreten sind und auf welch amerikanisierte Weise aufgefahren wird, so lasst uns doch gleich noch einen ›Rap‹- und ›Hiphop‹-Strang eröffnen. Die haben sicherlich auch eine ›schöne‹ Art der Auslegung von den uns­rigen urgermanischen Weihenächten und sicher auch passende Titel dazu, um das Ganze noch mehr zu entarten.« Und in einem benachbarten Thread werden sogar Muffin-Rezepte weitergegeben. Germanisches Brauchtum hat es eben schwer.

Source.

Ja, so kennen wir sie: Muffins mampfende Möchtegern-Germanen, die ihr „Julfest“ beim Klang der entarteten Beach Boys begehen. 😀

Zum Thema „Nazis und ihre Julbäume“: Es gibt unter ihnen aber auch trockene Realisten, für die wir sogar eine Prise Sympathie empfinden (oder ist es Mitleid?) Hier z.B. der Jul-Gummibaum des berüchtigten Porno-Nazis „Drömmarnas Stig“:

Kramte ein altes Photo von ca. 2004 hervor.
Plastikbaum für 3 Euro.
Nazi-Baum

Mehr davon: http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=116021

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

Posted in Aktuelles, Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 23. Dezember 2008 by Thiazi Watch

AUS AKTUELLEM ANLASS:

Ein GASTBEITRAG von Antifa.de

22. Dezember 2008

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Am Samstag den 6. Dezember wurde der 15jährige Alexis Grigoropoulos von einem Polizisten in Athen erschossen. Die Erschießung von Alexis fand statt vor dem Hintergrund zahlreicher politischer Auseinandersetzungen. Der größte Teil der griechischen Gefangenen befand sich bis vor kurzem in einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen, an den Universitäten des Landes brodelt die Unruhe und am Mittwoch beginnt ein schon länger angesetzter Generalstreik gegen die Politik der Regierung.

Ein Ort wo viele solcher Kämpfe zusammentreffen ist der Athener Stadtteil Exarchia. Als ein Streifenwagen der Polizei dort am Samstag mit Steinen beworfen wurde, hat ein Beamter seine Pistole gezogen und dreimal geschossen. Eine Kugel traf Andreas in die Brust, er starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten der abgedrückt hat Totschlag vor. Er selbst sagt es waren Warnschüße. Wir sagen es war Mord!In ganz Griechenland ist es daraufhin zu Protesten gekommen. Universitäten wurden verbarrikadiert, Verkehrswege blockiert und mehrere große Demonstrationen fanden statt. In fast allen Landesteilen Griechenlands bleiben die Schulen aus Protest gegen die Ermordung von Andreas geschlossen. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter haben ihren Rücktritt angeboten, aber Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis lehnte ab. Der Protest geht weiter, entwickelt sich zur Revolte und deren findet sich auch in anderen europäischen Städten wieder. In London und Berlin wurden Botschaften besetzt und in vielen Städten gibt es Solidaritätsdemonstrationen.

In Athen wurde auf uns alle geschossen!

Wir sind wütend und bestürzt über die Schüsse in Athen. Wir sehen darin keinen Einzelfall und auch kein überreagieren eines einzelnen Beamten, sondern einen roten Faden der Repression welcher von Genua über Göteborg nach Athen reicht. Der Einsatz von Schußwaffen gegen Demonstrant_innen ist kein Einzelfall. Wir erinnern uns z.B. an die G8/ASEM Demonstration, während der ein Polizist in Hamburg seine Pistole zog. Vom Hamburger Innensenator gab es für diese letzte Maßnahme unmittelbar vor dem Schuss volle Rückendeckung: Der Polizist habe gemäß seiner Einsatzvorschriften gehandelt. Der SPD reichte selbst das nicht: Sie fordert mehr „Härte gegen linke Straftäter“ und hetzt gegen politische Bewegungen. Dieser Zynismus hat seine blutige Entsprechung in Exarchia gefunden.

Die Schüsse auf Alexis sind Ausdruck und Spitze einer europaweit zunehmenden Repressionsspirale die zunehmend mehr Tote fordert. Unter dem Stichwort der Inneren Sicherheit werden Gesetze verschärft und die Überwachung totalisiert. Werden Flüchtlinge an den Außengrenzen in den Tod getrieben, werden vermeintliche Dealer mittels Brechmitteln ermordet, wird auf diejenigen die diese Verhältnisse angreifen scharf geschossen.

Alexis war nicht unschuldig. Er war schuldig für ein besseres Leben eingetreten zu sein. Er ist wie wir ein „Rebell ohne Grund“, weil die kapitalistische Wirklichkeit uns Grund genug zur Auflehnung und Revolte ist. Weil wir die Rationalität und vermeintliche Sachlichkeit der heimgekehrten Cohn-Bendits und Joschka Fischers verachten. Einen Frieden mit einem System das weltweit Armut, Krieg und Ausbeutung exportiert. Wir lehnen uns auf, weil wir ein Leben leben wollen, dass diesen Namen verdient.

Alexis ist uns Freund und Weggefährte. Er ist nicht verschwunden, sondern anwesend. In unseren Kämpfen, unserem Begehren, der Explusion unserer Wut. Sein Name hallt, wie die Schüsse die ihn getötet haben, von den Wänden der Städte. Man hört seine Schritte in den Straßen. Sie erzählen von unserem und seinem Trotz nicht klein beizugeben. Dem Mut und der Notwendigkeit dem vermeintlich Unabänderlichen zu widersprechen und ein für allemal in Richtung einer gerechteren Welt in Bewegung zu geraten. Einer Welt die Unterdrückung und Ausbeutung, Sexismus und Rassismus nicht als gegeben hinnimmt, sondern die den Aufstand probt. Einem Alltag der sich von Kapitalismus und Lohnarbeit befreit. Der jeden Tag aufs neue die falschen Wahrheiten und Normen die wir vorfinden in Frage stellt.

Regierung stürzen!

Wir sind an der Seite der hungerstreikenden Gefangenen in Griechenland, der kämpfenden Stundent_innen, der Streikenden in den Fabriken, Büros und Läden. Wir sind auf der Straße mit den Autonomen in Exarchia und den Schüler_innen die ihre Schulen besetzen. Wir sind an der Seite aller dieser Menschen weil unsere Sehnsucht nach Veränderung sich auf der Straße trifft. Weil die Welt ein Dorf ist und wir mittendrin. Weil Regierung stürzen auf griechisch das selbe meint. Wir die selbe Sprache sprechen, die gleichen Lieder mögen und das Glas bei den hohen Tönen splittert.
Hören wir nicht mehr auf schreien!

NO JUSTICE – NO PEACE!
CAPITALISM KILLS!

Autonome aus Hamburg

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Wir schliessen und dem an!

Vorwärts  gegen Polizeirepression und Systemgewalt. Gegen den alten und neuen Faschismus in all seinen Formen! – TW

Rassenwahn Teil 1: Abgründe der Nazi-„Anthropologie“

Posted in Allgemeines, Antifa with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 21. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Vom Rassenwahn zum Völkermord

Eines der Dauer-Themen der Nazis (nicht nur im Thiazi-Forum), das von ihnen unermüdlich und in offen diskriminatorischer Absicht behandelt wird ist die Produktion rassistischer Stereotypen. Um sich selbst in ihrer Jämmerlichkeit und minderer Bemitteltheit irgendwie doch noch aufzuwerten flüchten sich Nazis in den Rassismus. Dabei ist der Rassismus zuerst fast immer gegen MigrantInnen gewendet und dient der Ausgrenzung unerwünschter Mitmenschen, mündet aber logischerweise in die pauschale Abwertung sämtlicher für „anders“ gehaltener Menschen. Rassismus ist die Vorstufe des Völkermords. Wer den „Schwarzen“ für irgendwie „verschieden“ vom „Weissen“ hält, verleugnet nicht nur eine wissenschaftliche Tatsacje (dass es „Rassen“ überhaupt nicht gibt), sondern macht den Weg frei für Ausgrenzung und Hass. Der scheinbar „harmlose“ oder sich als „wissenschaftlich“ gebende Rassismus ist die Vorstufe einer Vernichtungspolitik, die letzten Endes mit tödlicher Logik nach Auschwitz geführt hat.

Rassenwahn ist der Kern neonazistischer Ideologie!

Die Rassen“theorien“ heutiger Nazi-„Herren“menschen lassen sich wunderbar am Beispiel des sogenannten „Antropologie„-Subforums auf Thiazi analysieren. Wir wollen das auch unseren Lesern nicht vorenthalten, damit niemand sich Illusionen über das Ausmass der rassistischen Verblendung und das Hasses auf alles, was „anders“ ist innerhalb des Neonazismus zu machen braucht!

Wirft man einen Blick in dieses Subforum, dann ist dann die Rede von angeblichen „Rassentypen Europas„, „Jüdischen Rasseköpfen“ oder „Rassen Europas nach Hans F. K. Günther„, wobei völlig schamlos und unverblümt auf die Original Nazi-Literatur zum Thema zurück gegriffen wird (viel von diesem Dreck kann man sich auch im Forum downloaden).

Es werden „Argumente gegen Rassenvermischung“ gesammelt und über Fragen ‚philosophiert‘ wie „Rassenschande, wo sind die Grenzen?„, oder „Wer oder was ist „arisch“?„.

Zu den beliebtesten „Anthropologie“-Threads gehört erwartungsgemäß die Diskussion des Themas „Juden!?„, in dem die gängigen antisemitischen stereotypen bis hin zum pseudowissenschaftlichen Mythos einer angeblichen „jüdischen Rasse“ fast vollständig versammelt sind. Das Ziel von solchen pseudowissenschaftlichen „Diskussionen“ ist eindeutig rassistisch, was man an geschmacklosen threads wie „Rassisch inkorrekte Paare [Sammelthema]“ sieht. Trotzdem werden einige user des Forums nicht müde, den Anschein eines „wissenschaftlichen“ Anspruchs dieser „Rassenlehren“ zu vermitteln. Besonders ungreifbar ist dabei ein User namens „Agrippa„, der auch in anderen, nicht rein Nazi-mässig ausgerichteten Foren schreibt (z.B. „Human Biodiversity“ – scheint inzw. down zu sein) und zum Sympathisantenkreis des Kryptorassisten „Dienekes“ gehört. Dieser Agrippa bezeichnet sich nicht öffentlich als Nazi, sondern als „progressiver Kollektivist“. Liest man aber seine Erklärung darüber, was damit gemeint ist, dann ist klar, dass das nichts anderes ist als ein raffiniert getarnter Feigenblatt-Neonazismus. Der Rassismus spielt für ihn die entscheidende Rolle. Er denkt ihn konsequent zu Ende als Teil einer eiskalten biologistisch-materialistischen Weltanschauung und unterfüttert ihn mit moderner Human-Biologie und Genetik. Sowas ist weitaus gefährlicher als der an der Grenze zum Irrsinn nur knapp vorbeidriftende oder sie überschreitende Primitivrassismus anderen Gestalten in diesem Forum wie z.B. einem User namens „Das Recht“, der gegen „Südländer“ und „Pizzawahnsinn“ hetzt, für Lanz von Liebenfels schwärmt (!) und z.B. Threads mit dem Titel „Rasse und Nase“ ausschneuzt, wo er dann die „indische Rüsselnase“ mit der „dinarischen Tropfennase“ vergleicht und mit einem User namens „Rotzer“ (!) über den Zusammenhang von Nasenform und Führunsqualitäten fachsimpelt. Im Gegensatz zu Witzfiguren wie Nasen-Nazi „das Recht“, deren Hirninhalt wohl wirklich zum grossen Teil aus Rotze besteht spielen der Edelrassist Agrippa in einer ganz anderen Liga.

Da wird dann auch mal auf neue „Erkenntnisse“ der Wissenschaft hingewiesen, die angeblich widerlegen sollen, dass es keine „Rassen“ gibt und diese Sache wird mit aufgeklärten Menschen ausdiskutiert, die sich in das Nazi-Forum verirrt haben. Beispiel: Die Threads „Wozu muss man den Menschen in Rassen einteilen?„, „Moderne Genetik widerlegt den Rassismus?“ und „Argumente gegen die UNESCO-Erklärungen zum Rassenbegriff„. Oder es werden Neuerscheinungen zum Thema „rezensiert“, die von braunen Verlagen ganz ‚legal‘ (!?) gedruckt werden. Bsp.: Andreas Vonderach – Anthropologie Europas.

Hier wird die Vernetzung von Internet-Nazis mit den verkappten und offen agierenden Nazis im real life deutlich. In einem sind sie sich alle einig: In der rassistischen Weltanschauung, die dann so groteske pseudowissenschaftliche Abartigkeiten produziert wie eine Unterscheidung der Menschen in „europid“ und „negrid“ usw.

Wer damit anfängt, geht den ersten Schritt in Richtung Holocaust!

Never Again!

GNWP