Archive for the Gastbeiträge Category

Antikriegsdemos in Israel: Wo bleibt die deutsche Linke?

Posted in Aktuelles, Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , , , on 5. Januar 2009 by Thiazi Watch

Mal was anderes (aus aktuellem Anlass). Wir können uns ja nicht immer mit den Nazis befassen:

29. Dezember 2008

Tel Aviv: 15.000 auf Friedensdemo

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Der Überfall des Staates Israel auf das Palästinensergebiet Gaza stößt international auf große Kritik von Linken [aktuelles]. In Israel zogen am Samstag (3.1.09) 15.000 Linke durch Tel Aviv mit der Forderung nach einem Ende des Krieges und der Besatzung [jW, Gush Shalom].
Wir verweisen zudem auf aktuelle Erklärungen aus Israel von Uri Avnery (Gush Shalom), NGO-Bündnis, KP-Israels sowie Anarchist Agaist the Wall.
Weitere Erklärungen von: Informationsstelle Militarisierung (IMI), Friedensratschlags, Die Linke sowie der NGOs medico und IPPNW.

Verschwiegen werden in den Medien Proteste gegen den Krieg in Israel. Die israelisch Polizei reagierte bereits mit Repression und Festnahmen auf Proteste vor einer Militar-Basis [Info].

Die Gruppe Anarchist Against the Wall berichtet von Zusammenstößen zwischen Antimilitaristen und der Polizei in Israel.
Nach einem Bericht sitzen 200 Aktivisten in Israel in Haft, nachdem sie gegen die Überfall auf Gaza protestiert hatten [Info].

Am Samstag, 3.1.2009 zogen rund 15.000 linke Aktivisten aus Parteien, Friedensorganisationen sowie linksradikalen und anarchistischen Gruppen durch Tel Aviv [jW-Bericht | Bilder | Indy-Bericht]. Jüdische Fundamentalisten protestierten am Rand der Demo [Foto].

Lesenswert ist auch ein Interview mit einem PFLP-Sprecher. Info: Indymedia-Israel

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Link.

Deutlich wird hier, dass der widerstand der jüdisch-israelischen Linken gegen den völkermordenden Krieg gegen die Zivilbevölkerung von Gaza eine Realität ist. Umso beschämender ist es, dass Indymedia Germany (wir haben berichtet) vollständig und kritiklos auf die prozionistische Linie eingeschwenkt ist. Eine solche „Strategie“ (wenn es denn eine wäre) ist der hiesigen Linken unwürdig. Noch schlimmer! Sie ist gefährlich. Denn so erhalten die Nazis die Gelegenheit, das Thema des antiimperialistischen Freiheitskampfs des palästinensischen Volkes für sich zu reklamieren (unter dem Vorzeichen einer Verbrüderung mit der Hamas).

Auch hierfür gibt es inzwischen mehrere Beispiele im Thiazi Forum:

Rechte Selbst-Demontage im Internet: D. Stein vs. G. Kubitschek

Posted in Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 3. Januar 2009 by Thiazi Watch

Als Gastbeitrag klauen wir hier mal einen sehr schön geschriebenen Essay von Mathias Brodkorb (Endstation Rechts). Wir fühlen uns vor allem bei der Beschreibung des unfreiwilligen Hosen-Runterlassens durch die „Neurechten“ mit dem „konservativen“ Feigenblatt ziemlich deutlich an unsere echtbraunen Jungs aus dem Thiazi Forum mit ihrer hakenkreuztätowierten Freikörperkultur erinnert. Das Internet bietet rechter Propaganda und faschoiden Strategienbastlern nicht nur Chancen, sondern auch Risiken – zu sehen am Beispiel Kubitschek vs. Stein im „konservativen“ Kiddy-Blog Braune … äh 😉 Blaue Narzisse.:

„Ende des Vertrauens?“ – Die „Neue Rechte“ zerlegt sich selbst

Geschrieben von: Mathias Brodkorb

Freitag, 02. Januar 2009 um 13:38

dstein
Wenige Tage nach der Verleihung des Gerhard Löwenthal-Preises der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) an Ellen Kositza erschien auch ein würdevoll gestaltetes Begleit-Video. Was jedoch zum Jahreswechsel 2009 geschah, nachdem dieses Video im Blog der rechten Jugendzeitschrift „Blaue Narzisse“ (BN) veröffentlicht worden war, erschien nicht nur Beobachtern der Szene als würdelos.

Dass ausgerechnet das Festvideo der Löwenthal-Preisverleihung einmal in großer Deutlichkeit strategische und inhaltliche Differenzen der deutschen Neuen Rechten zu Tage fördern würde, wird wohl nicht nur den Macher überrascht zurücklassen. Denn in diesem Video wird kein einziges Wort gesprochen. Lediglich klassische Musik untermalt einzelne, kunstvoll geschnittene Szenen. So stellt man sich gediegenen Konservatismus vor.

Und als ob diese gedankliche Stille unerträglich wäre, mühen sich seit dem 20. Dezember 2008 zahlreiche neurechte Jünger aus dem Umfeld von „Junge Freiheit“ (JF) und „Institut für Staatspolitik“ (IfS), diese Stille mit pubertärem Lärm auszufüllen. Götz Kubitschek, der neurechte Mentor aus Schnellroda, wird am 30. Dezember 2008 in Kommentar 62 gar fassungslos davon sprechen, dass das alles Metapolitik „mit heruntergelassener hose“ sei. Was genau damit gemeint sein könnte, will den angesprochenen „Lauwarmen“ aber auch anschließend nicht recht aufgehen.

Seinen Anfang nahm das Dilemma mit der Sommer-Akademie 2008 des „Institut für Staatspolitik“ (IfS). Kubitschek hatte zum Thema „Strategie“ auf das Rittergut Schnellroda handverlesen geladen, um in kleinem und vertrauensvollem Kreise Kernfragen rechter Strategie zu erörtern. In Entgegnung auf ihn referierte auch Dieter Stein, der Gründer und Chefredakteur der JF. „Während Götz Kubitschek ihn [den Begriff „Neue Rechte“ – Anm. M.B.] verwendet, bezeichnete Dieter Stein ihn als ‚unbrauchbar’ und als ‚Hindernis’, weil er nur zu Mißverständnissen führe.“, gab Baal Müller in der JF den Diskussionsstand knapp wieder.

Dass Kubitschek und Stein innerhalb des neurechten Spektrums durchaus verschiedene Positionen vertreten, ist seit geraumer Zeit bekannt. Während Stein das publizistische Flaggschiff der Neuen Rechten in Richtung eines bürgerlichen Konservatismus entwickeln will, auch um für breitere Schichten annehmbar zu sein, hält Kubitschek an einer stärker nationalistisch ausgerichteten Rechten fest. Selbst um den möglichen Preis der Niederlage. Er ist der rechtere von beiden und daher geht es um weit mehr als bloße Namensspielchen. Der jüngste Streit im Blog von „Blaue Narzisse“ bestätigt also nur, was ohnehin schon lange offenbar war: dass nicht nur das rechte, sondern auch das neu-rechte Lager als politisch zutiefst heterogen angesehen werden muss.

Das Publikum des Löwenthal-Preises sehe doch aus wie ein „Treffen der CDU-Senioren“, heißt es ätzend bereits im zweiten Kommentar zu besagtem Video auf youtube. Vinneuil, ein in der Szene sehr aktiver Blogger und offenbar bestens mit JF- und IfS-Interna vertraut, hält zunächst noch an sich und versucht mit der Bemerkung „Das ist ERNST NOLTE, der da sitzt!!“ die Würde des Machwerks zu verteidigen. Doch sofort kommt eine Debatte in Gang, die es bis zum 1. Januar 2009 auf 76 Kommentare bringen wird, die ganze 20 DIN A4-Seiten füllen.

Dabei geht es um die Begriffe „konservativ“ und „Neue Rechte“, aber auch um mögliche politische Optionen: um das Verhältnis zur NPD oder die Möglichkeiten zur Gründung einer neuen Rechtspartei. „N.N.“ bspw., über den wenig später gemutmaßt wird, dass er Dieter Stein persönlich wäre, fragt provozierend, wer denn die „Neue Rechte“ eigentlich sei: „Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann plus fünf Dutzend Seminarteilnehmer des IfS? […] ‚Wohl vom Wahnsinn umjubelt!’“. Marco Reese, ein junger Mann aus dem Umfeld der BN, redet sich daraufhin um Kopf und Kragen, ohne aber eine Antwort auf die ursprünglich gestellte Frage zu geben. Zumindest liegt ihm daran zu betonen, dass die „Neue Rechte“ nicht in Abgrenzung zum Nationalsozialismus definiert werden sollte, da dieser schließlich mit Blick auf die Rechte des 19. Jahrhunderts selbst „EINE UNTER MEHREREN Strömungen der NEUEN RECHTEN des 20. Jahrhunderts“ gewesen sei. Die „Neue Rechte“ sei also nicht dadurch „neu“, dass sie nach dem Nationalsozialismus aufgetreten ist. Den Gegner wird’s dennoch freuen und die Zitatekiste anreichern, was „N.N.“ auch sofort bemerkt: „Dööfer kann man sich ja nicht anstellen, als daß man sich auch noch in ein Boot mit der Ideologie des NS setzt.“ Der Begriff „Neue Rechte“ sei in Deutschland seit der Gründung der „Aktion Neue Rechte“ (ANR) in den 1970er Jahren „tausendfach kontaminiert“ und vom politischen Gegner zum Zwecke des „gesellschaftlichen Ausschlusses ersonnen worden“.

Am 23. Dezember 2008 steigt schließlich „Dieter Stein“ mit Kommentar 25 in die Diskussion ein. Dass es sich dabei tatsächlich um Stein persönlich handelt, darf angesichts dessen, was er inhaltlich vorträgt, als äußerst wahrscheinlich gelten. Er warnt davor, mit der Selbstbezeichnung als „Neue Rechte“ den „Bedarf nach elitärer Selbstbeweihräucherung“ zu stillen. In einem späteren Disput mit Vinneuil wird Stein noch deutlicher und bezeichnet die willentlich durch die Verwendung des Begriffs „Rechts“ gewählte Selbstisolation des konservativen Milieus als eine „romantische Jungmännerträumerei“, also als einen pubertären Akt. Da fühlt man sich unweigerlich an den designierten NPD-Bundesvorsitzenden Andreas Molau erinnert, der jüngst Götz Kubitschek vorgeworfen hat, „intellektuelle Selbstbefriedigung“ zu betreiben.

Stein findet unter den Lesern der BN jedoch kaum Unterstützung. Viel zahlreicher sind jene, die wie „Vinneuil“, „David“ oder „Marco Reese“ in der „Neuen Rechten“ vor allem ein widerständiges „Lebensgefühl“ entdecken, das vom Rittergut Schnellroda ausgehen soll: „’Neue Rechte’ ist immer noch ein weitaus brauchbarerer Begriff als das ad nauseam abgelutschte, nichtssagende und kompromittierte Wörtchen ‚konservativ’, das indessen noch weit hoffnungsloser okkupiert und einer sinnvollen (Eigen-)Definition entzogen als ‚neurechts’. […] Für mich war ‚Neue Rechte’ immer […] die Verve von Mohler & Maschke, Benoist und die Nouvelle Droite, und der Geist der frühen JF, die damals immerhin noch befähigt war, mehr junge, brillante Leute zu erreichen als das langweilige, in katholischen Weihrauch getränkte Seniorenblatt, das sie heute geworden ist.“ Der JF bescheinigt er in den nächsten zehn Jahren, dass dann „90 % der Förderer der JF und 70% der Leser im Altersheim oder tot [sind – Anm. M.B.], während Dieter Stein von mir aus eine Anstellung bei der CSU hat.“ Zwar treffen diese Worte Vinneuils auch auf Widerspruch, aber einig scheint man sich dennoch zu sein, dass das Epizentrum von Deutschlands Neuer Rechter längst in Sachsen-Anhalt liegt. Auf den dortigen Veranstaltungen würde ein „im besten Sinne deutscher Typus klar erkennbar“. Und die einzigen, die sich heute in Deutschland überhaupt noch „Neue Rechte“ nennen dürften, wären ohnehin nur Kubitschek und dessen Frau Kositza. Offenbar als Hommage an den Mentor gedacht, wirft „Jake Blues“ dann den Namensvorschlag „Kalte Rechte“ in die Runde, denn das sei nicht nur aggressiver und arroganter als „Neue Rechte“, sondern vor allem „c o o l e r!!!“.

Der so Geehrte ist von dem ganzen Spektakel allerdings alles andere als amüsiert. Es hätten sich „gehirne in echtzeit“ übergeben und Metapolitik „mit herunter gelassener hose“ betrieben. Es sei „viel porzellan zerschlagen“ worden, „alles natürlich meistensteils anonym und dennoch so durchsichtig zuzuordnen, dass die anonymität bloß eine weitere peinlichkeit in der kette der vielen öffentlichen peinlichkeiten ist.“ Wer mit Kubitscheks Sprache einigermaßen vertraut ist, wird kaum Zweifel haben, dass da der „Meister“ selbst gesprochen hat. Man wird daher die herunter gelassene Hose zweifach verstehen dürfen: einmal – mit Blick von vorn – als unwürdige Selbstdarstellung einzelner, deren Antlitz am Ende Mickrigkeit offenbart; ein andermal – von hinten – als Blankziehen des eigenen Hinterteils, die Preisgabe einer vertrauensvollen Selbstverständigung ohne Not.

Kubitschek richtet sich daher nicht nur harsch an seine „Jünger“, sondern ebenso deutlich an Dieter Stein selbst: „ich sehe mich, weißmann, lehnert, kositza und andere allein durch diese 61 beiträge wieder einmal zu idioten gestempelt und kann nur hoffen, daß ‚dieter stein’ und andere nicht wirklich dieter stein und andere sind […] diskussionen solch ernsthaften inhalts können von denen, die es betrifft, gar nicht so jämmerlich in der öffentlichkeit geführt werden. das wäre dann nämlich das ende des vertrauens.“ Neu ist also nicht, dass Stein und Kubitschek verschiedenen Flügeln der „Neuen Rechten“ angehören, wohl aber, dass sie ihre Familienstreitigkeiten nunmehr in aller Öffentlichkeit und auch vor dem politischen Gegner austragen. Das Web 2.0 und enthemmte Seelen machen’s möglich.

Aber während „Dieter Stein“ die Botschaft verstanden zu haben scheint und sich fortan öffentlicher Kommentare enthält, reiten die Jünger sich selbst und den Propheten immer weiter ins Schlamassel. „Marco Reese“ bekennt bspw., dass er Kubitscheks heftige Reaktion nun gar nicht „verstehen“ könne: „Hier wird trotz gelegentlicher großspuriger Reden und belangloser Schwätzereien doch durchaus ernsthaft debattiert!“ Zum Quietschen komisch auch „Cherusker“ zu „kubitschek“: „Es wäre besser, zu ein, zwei Argumenten aus den Beiträgen Stellung zu nehmen, als die Teilnehmer als ‚idiotische Wichtigtuer’ zu bezeichnen.“ Und als wäre das alles nicht schon genug, greift „Cherusker“ eine bereits zuvor kurz gestreifte Diskussion wieder auf, in der Molaus Versuch, die Neue Rechte politisch für die NPD zu vereinnahmen, erwähnt wurde, um sie selbst (!) weidlich weiterzuspinnen und damit alle Diskutanten mit braunem Dreck zu bespritzen: „Warum sollte man sich als ‚Neuer Rechter’ denn nicht für die NPD interessieren? De facto ist diese Partei gegenwärtig die erfolgreichste Rechtspartei; als solche verdient sie es, daß man sich mit ihr beschäftigt. […] Am Parteiprogramm kann ich nichts erkennen, was ein Neuer Rechter nicht so oder so ähnlich sagen könnte.“ Na gut, die NS-Nostalgie in NPD-Kreisen verdiene keine Unterstützung, aber die Wahl Molaus wäre sicher ein „Hoffnungszeichen“.

Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, was Kubitschek sagen wollte? „Haltet doch einfach die Fresse – allesamt!“

Source.

Was für die feinen Herrschaften des konservativen Überbaus gilt, trifft umso mehr für die braunen LumpenproletInnen im digitalen Sturmlokal zu. Ihnen fehlt (zu unserer „klammheimlichen“ Freude) das Gespür dafür, wann es besser wäre, einfach mal die Fresse zu halten. 😀

NPD-Hacks am Rande des 25. CCC-Kongresses

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , on 31. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Dass Forenhacks viel bringen, glauben wir nicht, aber die jetzt bekannt gewordenen NPD-Seitenhacks, die von einigen Witzbolden offenbar spontan auf dem 25C3 hingelegt wurden, ringen uns doch ein Schmunzeln ab. Schön ist auch, dass der CCC damit quasi politisch „Farbe bekennt“, was sonst nicht gerade üblich ist.

30.12.08

Hacker brechen angeblich in NPD-Server ein / NPD-Seiten vorübergehend offline

Allgemein

Einige Teilnehmer des 25. Chaos Communication Congress (25C3) in Berlin haben laut einem Bericht von Heise-Online konzertierte Hackerangriffe auf Webseiten und Server der rechtsextremen NPD ausgeübt. Die Seite NPD.de war vorübergehend nicht mehr zu erreichen, genau wie zahlreiche Seiten von Landesverbänden. Die illegalen Eindringlinge veränderten zudem die Internetauftritte des Landesverbands Schleswig-Holsteins sowie der NPD Südwestpfalz – und “schmückten” es mit dem Bild eines Affen, der die Hand wie zum Hitlergruss erhebt und eine Nazi-Armbinde trägt. Darüber hinaus haben die Hacker auch einen niederbayerischen NPD-Server “aufgemacht” und sich Datenbankzugang zu NPD.de verschafft.

affenpd.jpg

Auf der Unterseite zum NPD-Hack im Kongress-Wiki sei davon die Rede, dass mehrere Eindringlinge am Knacken der Passwörter für die Datenbank hinter der Adresse weltautor.npd.de gearbeitet hätten. Diese könne den Weg zu einem zentralen Content-Management-System der rechtsextremen Parteo öffnen, hieß es. Darüber könne man etwa auf NPD-Blogs (ich hoffe, es gibt da keine Verwechslungen…) zugreifen. Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC), der den Kongress veranstaltet, sprach gegenüber heise online davon, dass bei dem ein oder anderen Teilnehmer offenbar “das bürgerliche Engagement durchgegangen ist”.

wikihack.jpg

Mittlerweile wurden interne Fotos veröffentlicht, so ist offenbar Jens Pühse beim Baden in einem Fluss mit einem anderen Neonazi sowie eine Schifffahrt mit Holger Apfel zu sehen. Weiterhin wurden ganze Listen mit Benutzernamen und von NPD-Seiten veröffentlicht. Auf den Seiten der NPD-Jena wird mittlerweile eine Kundgebung beworben, auf der die Auflösung der NPD verkündet wird.

aufloesungnpd.jpg

Die NPD in Erfurt ruft hingegen zu Spenden für die Aussteigerinitiative Exit auf und zitiert das Gedicht ”Der Tod ist ein Meister aus Deutschland”.

hackerfurt.jpg

Siehe auch: B&H-Hack: Fette Beute durch kleinteiliges puzzlen?, Hacker legen Nazi-Seiten lahm

Link.

Und hier heult Altermedia: Ein Pfund Gehacktes, darf’s etwas mehr sein? – Heise Online über gehackte Internetseiten (31.12.08)

Wild treiben es die neuen Germanen. Teil 1: Das Julfest

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 29. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Nazi-Kugeln

Ein schöner Beitrag auf Jungle World über den auch uns bislang rätselhaften Germanenkult der „germanischen Weltnetzgemeinschaft„:

antifa

Jungle World Nr. 52, 23. Dezember 2008

Wenn die Ahnen um den Lichtbaum tanzen

»Ewige Wacht« statt »Stille Nacht«: Wie echte Germanen und andere Nazis Weihnachten verbringen.

von Theodora Becker und Oliver Schott

Christen feiern Weihnachten, Juden feiern Channuka, Germanen hingegen feiern das Julfest. Wäh­rend wir aus zahlreichen Verfilmungen von Charles Dickens’ »A Christmas Carol« sowie aus etlichen Folgen von »South Park« bestens über die Bedeutung und den Ablauf von Weihnachten und Channuka informiert sind, wissen wir kaum etwas über die Gebräuche unserer germanischen Mitbürger.

Das liegt vielleicht daran, dass das Germanentum eine recht junge Erscheinung ist. Erfunden wurde es zwar schon von den alten Römern als Sammelbezeichnung für ihre unberechenbaren, rauflustigen, unrasierten und trinkfreudigen Nachbarn im Norden, die schon damals die Neigung zeigten, ihren Hobbys Morden, Plündern und Brandschatzen auf ausgedehnten Europa-Rundreisen nachzugehen. Doch meist bekämpften sich die ger­manischen Stämme lieber gegenseitig. Es fehlten gemeinschaftsstiftende Elemente, namentlich die moderne Rassenlehre und das Herzstück des germanischen Geistes, der wahnhafte Antise­mitismus. Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich das echte, stolze, traditionsreiche Germanen­tum, das wir seither kennen.

Dank großer Fortschritte auf dem Gebiet der pseudo­wissenschaftlichen Brauchtumsforschung, die seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu verzeichnen waren, konnte aufgedeckt werden, dass die armen Germanen seit über 1 000 Jahren – ohne es überhaupt zu ahnen – Opfer der kulturellen Unterdrückung durch die ihnen vollkommen »rassisch wesensfremde«, jüdisch-christliche Zivilisation geworden waren. Insbesondere Heinrich Himmler und seine Gesin­nungsgenossen von der SS machten sich im Verlauf der dreißiger Jahre um die Erfindung »art­eigenen Brauchtums« verdient. Hier liegen auch die Ursprünge des Julfestes, das in seiner klassischen Ausformung erstmals 1935 begangen wurde und daher zu den urtümlichsten Bestandteilen des germanischen »Artglaubens« gezählt werden darf.

Worum geht es nun beim Julfest? Zunächst ein­mal wird statt Christi Geburt die Wintersonnenwende gefeiert. Christliche Kreuze (artfremd) sind durch Hakenkreuze und Sonnenräder (germanisch) zu ersetzen. Der Weihnachtsbaum heißt Jul­tanne oder Lichtbaum, und statt des Christkinds bringt Frau Holle Geschenke. Ein wichtiger Bestand­teil des Ritus ist das Entzünden des Julfeuers, um das dann die ganze Sippschaft andächtig oder »Lichtersprüche« aufsagend herumstehen kann. Dabei weckt das Knistern der Flammen nostalgische Erinnerungen an vergangene Heldentaten und große Pläne für das neue Jahr. Wichtig ist auch der Julleuchter, eine irdene Gerätschaft, die traditionell in Sklavenhandarbeit in den KZ-Werkstätten von Neuengamme und Dachau hergestellt wurde.

Das Julfest ist ein Fest des Gedenkens an die Ahnen, welche nach germanischem Glauben die Fei­erlichkeiten mit ihrer unsichtbaren Anwesenheit beehren. Unter »Ahnen« sind selbst­ver­ständ­lich vor allem gefallene Soldaten zu verstehen. So heißt es in Thilo Schellers traditionellem Gedicht »Ewige Wacht« von 1943: »Wenn dann die Kerzen am Lichterbaum zu Ende gebrannt,/Legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand/Jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:/Wir starben für euch, weil wir an Deutschland geglaubt.« Kein Wunder, dass germanische Kinder nur einen Traum haben: wie der unsichtbare, tote Onkel fürs Vater­land durch den Dreck zu robben und zu krepieren.

Doch heutzutage ist es nicht gut bestellt um die Bewahrung des altehrwürdigen »Artglaubens«. Denn die Usurpation altgermanischer Bräuche durch das Christentum wird häufig nicht zur Kenntnis genommen oder gar verharmlost. Gemäß dem Motto, jeder solle feiern, was ihm gefällt, verschwindet ein »kultureller Genozid« hinter einer Beliebigkeit, die sich auch noch mit dem Wort »Toleranz« schmückt!

Diesem Umstand entgegenzuwirken, bemüht sich die NPD Rhein-Neckar. Sie veranstaltete dieses Jahr zwar eine ganz biedere Weihnachtsfeier, verband diese aber mit einem Referat des zweiten Vorsitzenden Jan Jaeschke über die wahren Ur­sprünge der »deutschen Weihnacht«. Der Vortrag war »gerade für die neuen Mitglieder und Interessenten sehr aufschlussreich«, wie man auf der »Heimseite« verkünden konnte.

In dem Neonazi-Portal Enos werden solche reformistischen Bemühungen verworfen. Weihnach­ten wird als »Fest der Lüge« entlarvt, passend illustriert durch einen fies grinsenden Weihnachts­mann mit Drudenfuß auf der Mütze und einer auffällig großen und krummen Nase. Weihnachten diene einzig und allein dem Umsatz der Kapitalisten. Statt den diktierten Konsum und die geheuchelte Freude mitzumachen, solle man, wenn man denn »Schneid hat«, lieber das Julfest feiern. Merke: Wer zum »arteigenen Brauchtum« zurückkehrt, kann damit nicht nur Courage beweisen, sondern sogar noch Geld für Geschenke sparen.

Wie schwierig es auch für Germanen ist, dem Nachwuchs die spirituelle Bedeutung des Festes zu vermitteln, zeigt eine herzerwärmende Episode aus dem »Thiazi-Forum«, der »Germanischen Welt­netzgemeinschaft«. Der Benutzer Tanngjost (»Unterrasse: Dinarid-Nordid, Politik: völkisch, Re­ligion: naturverbundener Waldschrat«) fragt, ob die Mitgermaninnen und -germanen denn einen Baum in der Stube hätten. Darauf antwortet Raginhild (»Unterrasse: Ideal Sexy Angel, Politik: Ich hab immer Recht, Religion: Cosmopolitan-Anbeterin«): »Wir hatten natürlich einen Baum ste­hen, mit Kindern ist das unumgänglich, und es macht ehrlich gesagt auch Spaß, den zu schmücken. Einziges Manko dieses Jahr: Die Mädels haben die Spitze gebastelt, und als ich in die Stube kam, wurde ich kreidebleich und mein Mann lag am Boden vor Lachen. Sie hatten einen roten Stern mitten auf den Baum gespickt!«

Doch von »fehlendem Nationalbewusstsein« und »starkem Identitätsverlust« bleibt nicht einmal die »größte germanische Online-Gemeinschaft« verschont. Im Thread über Weihnachtslieder etwa wird zutiefst artfremdes Liedgut der Beach Boys oder der Beatles empfohlen. »Wenn man jedoch sieht«, so Tanngjost voll bitterer Ironie, »welcher Art die Interpreten sind und auf welch amerikanisierte Weise aufgefahren wird, so lasst uns doch gleich noch einen ›Rap‹- und ›Hiphop‹-Strang eröffnen. Die haben sicherlich auch eine ›schöne‹ Art der Auslegung von den uns­rigen urgermanischen Weihenächten und sicher auch passende Titel dazu, um das Ganze noch mehr zu entarten.« Und in einem benachbarten Thread werden sogar Muffin-Rezepte weitergegeben. Germanisches Brauchtum hat es eben schwer.

Source.

Ja, so kennen wir sie: Muffins mampfende Möchtegern-Germanen, die ihr „Julfest“ beim Klang der entarteten Beach Boys begehen. 😀

Zum Thema „Nazis und ihre Julbäume“: Es gibt unter ihnen aber auch trockene Realisten, für die wir sogar eine Prise Sympathie empfinden (oder ist es Mitleid?) Hier z.B. der Jul-Gummibaum des berüchtigten Porno-Nazis „Drömmarnas Stig“:

Kramte ein altes Photo von ca. 2004 hervor.
Plastikbaum für 3 Euro.
Nazi-Baum

Mehr davon: http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=116021

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

Posted in Aktuelles, Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 23. Dezember 2008 by Thiazi Watch

AUS AKTUELLEM ANLASS:

Ein GASTBEITRAG von Antifa.de

22. Dezember 2008

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Am Samstag den 6. Dezember wurde der 15jährige Alexis Grigoropoulos von einem Polizisten in Athen erschossen. Die Erschießung von Alexis fand statt vor dem Hintergrund zahlreicher politischer Auseinandersetzungen. Der größte Teil der griechischen Gefangenen befand sich bis vor kurzem in einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen, an den Universitäten des Landes brodelt die Unruhe und am Mittwoch beginnt ein schon länger angesetzter Generalstreik gegen die Politik der Regierung.

Ein Ort wo viele solcher Kämpfe zusammentreffen ist der Athener Stadtteil Exarchia. Als ein Streifenwagen der Polizei dort am Samstag mit Steinen beworfen wurde, hat ein Beamter seine Pistole gezogen und dreimal geschossen. Eine Kugel traf Andreas in die Brust, er starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten der abgedrückt hat Totschlag vor. Er selbst sagt es waren Warnschüße. Wir sagen es war Mord!In ganz Griechenland ist es daraufhin zu Protesten gekommen. Universitäten wurden verbarrikadiert, Verkehrswege blockiert und mehrere große Demonstrationen fanden statt. In fast allen Landesteilen Griechenlands bleiben die Schulen aus Protest gegen die Ermordung von Andreas geschlossen. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter haben ihren Rücktritt angeboten, aber Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis lehnte ab. Der Protest geht weiter, entwickelt sich zur Revolte und deren findet sich auch in anderen europäischen Städten wieder. In London und Berlin wurden Botschaften besetzt und in vielen Städten gibt es Solidaritätsdemonstrationen.

In Athen wurde auf uns alle geschossen!

Wir sind wütend und bestürzt über die Schüsse in Athen. Wir sehen darin keinen Einzelfall und auch kein überreagieren eines einzelnen Beamten, sondern einen roten Faden der Repression welcher von Genua über Göteborg nach Athen reicht. Der Einsatz von Schußwaffen gegen Demonstrant_innen ist kein Einzelfall. Wir erinnern uns z.B. an die G8/ASEM Demonstration, während der ein Polizist in Hamburg seine Pistole zog. Vom Hamburger Innensenator gab es für diese letzte Maßnahme unmittelbar vor dem Schuss volle Rückendeckung: Der Polizist habe gemäß seiner Einsatzvorschriften gehandelt. Der SPD reichte selbst das nicht: Sie fordert mehr „Härte gegen linke Straftäter“ und hetzt gegen politische Bewegungen. Dieser Zynismus hat seine blutige Entsprechung in Exarchia gefunden.

Die Schüsse auf Alexis sind Ausdruck und Spitze einer europaweit zunehmenden Repressionsspirale die zunehmend mehr Tote fordert. Unter dem Stichwort der Inneren Sicherheit werden Gesetze verschärft und die Überwachung totalisiert. Werden Flüchtlinge an den Außengrenzen in den Tod getrieben, werden vermeintliche Dealer mittels Brechmitteln ermordet, wird auf diejenigen die diese Verhältnisse angreifen scharf geschossen.

Alexis war nicht unschuldig. Er war schuldig für ein besseres Leben eingetreten zu sein. Er ist wie wir ein „Rebell ohne Grund“, weil die kapitalistische Wirklichkeit uns Grund genug zur Auflehnung und Revolte ist. Weil wir die Rationalität und vermeintliche Sachlichkeit der heimgekehrten Cohn-Bendits und Joschka Fischers verachten. Einen Frieden mit einem System das weltweit Armut, Krieg und Ausbeutung exportiert. Wir lehnen uns auf, weil wir ein Leben leben wollen, dass diesen Namen verdient.

Alexis ist uns Freund und Weggefährte. Er ist nicht verschwunden, sondern anwesend. In unseren Kämpfen, unserem Begehren, der Explusion unserer Wut. Sein Name hallt, wie die Schüsse die ihn getötet haben, von den Wänden der Städte. Man hört seine Schritte in den Straßen. Sie erzählen von unserem und seinem Trotz nicht klein beizugeben. Dem Mut und der Notwendigkeit dem vermeintlich Unabänderlichen zu widersprechen und ein für allemal in Richtung einer gerechteren Welt in Bewegung zu geraten. Einer Welt die Unterdrückung und Ausbeutung, Sexismus und Rassismus nicht als gegeben hinnimmt, sondern die den Aufstand probt. Einem Alltag der sich von Kapitalismus und Lohnarbeit befreit. Der jeden Tag aufs neue die falschen Wahrheiten und Normen die wir vorfinden in Frage stellt.

Regierung stürzen!

Wir sind an der Seite der hungerstreikenden Gefangenen in Griechenland, der kämpfenden Stundent_innen, der Streikenden in den Fabriken, Büros und Läden. Wir sind auf der Straße mit den Autonomen in Exarchia und den Schüler_innen die ihre Schulen besetzen. Wir sind an der Seite aller dieser Menschen weil unsere Sehnsucht nach Veränderung sich auf der Straße trifft. Weil die Welt ein Dorf ist und wir mittendrin. Weil Regierung stürzen auf griechisch das selbe meint. Wir die selbe Sprache sprechen, die gleichen Lieder mögen und das Glas bei den hohen Tönen splittert.
Hören wir nicht mehr auf schreien!

NO JUSTICE – NO PEACE!
CAPITALISM KILLS!

Autonome aus Hamburg

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Wir schliessen und dem an!

Vorwärts  gegen Polizeirepression und Systemgewalt. Gegen den alten und neuen Faschismus in all seinen Formen! – TW

„Einsperren, isolieren, verbieten“

Posted in Aktuelles, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , , , , on 19. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Mal was zum Nachdenken …

(passt auch gut zu unserem Beitrag von vorgestern:
Geklaut (in tiefer Bewunderung) von Burks‘ Blog: ^^

Einsperren, isolieren, verbieten

Der übliche kulturpessimistische Diskurs vorweg: Ich finde die Lektüre der meisten Medienberichte online sehr anstrengend. Die Hälfte der Informationen, die ich gern hätte, wird mir verweigert – die Quellen ohnehin. Es dauert oft noch einmal so lang, die selbst zu recherchieren. Vielleicht bin ich auch nur zu wissendurstig oder zu neugierig. Aber bei dem, was sich hierzulande “Online-Journalismus” schimpft, ist die allgemeine Verblödung nicht weit. Ich lese gewöhnlich – neben Heise natürlich – nur Spiegel Online, Zeit online und oft Welt online und suche mir anschließend die Fakten selbst zusammen, um zu sehen, was vielleicht wirklich geschehen ist.

Wir sammeln heute die gewohnten Textbausteine zum Rechtsextremismus (Echo: ismus, ismus, ismus…), wie wir sie seit zwei Jahrzehnten schon kennen. Die Bösen werden immer böser. Die Gesetze müssen immer mehr verschärft werden. Die NPD muss immer öfter verboten werden. Flankiert werden diese Sinnsprüche von kleineren Fragmenten wie “Flagge/Gesicht zeigen“, “mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Rechtsextremismus bekämpfen“, “Kampf ansagen”. “Die Rechten werden immer gewalttätiger“. – “Neue Qualität”. – “Härtere Strafen“, “Härter durchgreifen“.

Im allgemeinen hysterischen Tohuwabohu fällt dann nicht mehr auf, was gewisse Lobbyisten in Wahrheit fordern. In MDR Info sagt Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei: “Diese Leute gehören eingesperrt und isoliert.” Die Kollegin Franziska Weber fragt nicht nach, nein, sie lässt die unglaubliche Forderung einfach so passieren. Vermutlich würde man beim MDR auch nicht kritisch nachhaken, wenn der Apparatschik einer Polizei-Lobbyorganisation ein deutsches Guantanamo forderte. Isolationshaft, ja bitte? Und welche gesetzliche Grundlage gibt es dafür? Wenn schon die Gewerkschaft der Polizei sich traut, offen Maßnahmen zu fordern, die den Rechtsstaat verhöhnen, wie handeln dann Polizisten auf der Straße?

“Auch der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), forderte härtere Strafen für rechtsextreme Gewalttäter”, liest man bei Spiegel Online. Ja, Edathy möchte sich zum künftigen Innenminister qualifizieren und produziert bei allen möglichen Anlassen demenstsprechende Schäuble-kompatible Parolen. Härtere Strafen? Wie hart denn noch? Lieber Herr Edathry: Wann müssen die Strafen nicht mehr härter sein? Wann ist Schluss? Ich hätte gern jetzt schon Informationen über das Maximum an Strafen, das möglich ist. Einstweilige Erschießungen gegen Neonazis und die, die der regierungsamtliche “Antifaschismus” als solche definiert hat?

“Seehofer brachte auch ein neues NPD-Verbotsverfahren ins Spiel.” Schöne und passende Formulierung: “ins Spiel bringen”. Ja, weil es nicht ernst gemeint ist. Die Zeichenketten melden, durchführen und verbieten gehören zum Standardrepertoire der alarmistischen Attitude der Medien. Die heuchlerische Aufgeregtheit verschwindet in der Regel so schnell, wie sie gekommen ist.

Tut mir leid, aber ich schreibe seit fast zwei Jahrzehnten Artikel und Bücher über Rechtsextremismus. Ich kann die hohlen Phrasen und das tagesaktuelle Politikergewäsch zum Thema einfach nicht mehr hören.

Nachtrag: Warum verbreiten diverse Medien, darunter die taz, die merkwürdige Falschmeldung, die Nazi-Website altermedia.info sei nicht mehr zu erreichen? Ich kann hier alles lesen.

Alois Mannichl Feindbild der Neonazis

Posted in Aktuelles, Gastbeiträge with tags , , , , on 17. Dezember 2008 by karll28

Alois Mannichl Feindbild der Neonazis

Der Passauer FDP-Bundestagsabgeordnete Max Stadler nannte Alois Mannichl einen „Polizeichef, wie man ihn sich nur wünschen kann“. Die Unterstützung, die man bei einem derart vorbildlichen Polizeidirektor im Einsatz gegen Rechts erwarten würde, scheint er jedoch nicht immer erhalten zu haben.

Stand: 15.12.2008

Polizeidirektor Alois Mannichl, Polizist steht am Sonntag (14.12.2008) vor dem Haus von Polizeidirektor Mannichl

Personen aus Mannichls Umfeld berichteten dem Bayerischen Rundfunk, dass der 52-Jährige offenbar einen einsamen Kampf gegen die rechte Szene führte. So musste er sich auf eigene Kosten einen Rechtsanwalt nehmen, damit Angriffe gegen ihn von Internet-Seiten der Rechtsextremen genommen wurden. In die gleiche Richtung zielen auch Forderungen der Grünen im Landtag. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause sagte, es müsse geklärt werden, ob der Passauer Polizeichef die nötige Unterstützung seiner Vorgesetzten gehabt habe: „Es kann nicht sein, dass er jetzt zum Helden stilisiert wird und vorher hat man ihn hängen lassen“, so Bause.

Schmähungen gegen Mannichl im Internet

Der Passauer Polizeidirektor gilt seit einiger Zeit als Feindbild der Rechtsradikalen. Sie quittierten sein konsequentes Vorgehen mit Schmähungen im Internet. So titelte vor wenigen Wochen die Passauer NPD auf ihrer Homepage: „Polizeidirektor Mannichl belästigt Trauergäste.“ Was war geschehen? Im Zuge eines „Kriegergedenkens“ während des Volkstrauertages am 16. November 2008 hatten Rechtsextreme versucht, einen Kranz niederzulegen. Die Polizei schritt dagegen ein.

Bereits im Juli 2008 war es zu einer Auseinandersetzung gekommen: Mannichl ließ damals einige lokale Neonazi-Größen verhaften, nachdem bei der Beerdigung des 79-jährigen Friedhelm Busse eine Hakenkreuz-Fahne auf dessen Sarg gelegt worden war. Busse gehörte zu den Leit- und Führungsfiguren der deutschen Neonazi-Szene.

Mehr rechte Gewalttaten in der Region

Mannichl wollte nicht zulassen, dass die Region Passau noch mehr zu einem Zentrum rechter Umtriebe wird. 2008 nahm die Zahl der rechten Gewalttaten im Bereich seiner Polizeidirektion stark zu. Daher ging Mannichl bei Aufmärschen von Neonazis konsequent vor – für die rechte Szene offenbar zu erfolgreich.

Source: Antifaschisten