NPD-Hacks am Rande des 25. CCC-Kongresses

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , on 31. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Dass Forenhacks viel bringen, glauben wir nicht, aber die jetzt bekannt gewordenen NPD-Seitenhacks, die von einigen Witzbolden offenbar spontan auf dem 25C3 hingelegt wurden, ringen uns doch ein Schmunzeln ab. Schön ist auch, dass der CCC damit quasi politisch „Farbe bekennt“, was sonst nicht gerade üblich ist.

30.12.08

Hacker brechen angeblich in NPD-Server ein / NPD-Seiten vorübergehend offline

Allgemein

Einige Teilnehmer des 25. Chaos Communication Congress (25C3) in Berlin haben laut einem Bericht von Heise-Online konzertierte Hackerangriffe auf Webseiten und Server der rechtsextremen NPD ausgeübt. Die Seite NPD.de war vorübergehend nicht mehr zu erreichen, genau wie zahlreiche Seiten von Landesverbänden. Die illegalen Eindringlinge veränderten zudem die Internetauftritte des Landesverbands Schleswig-Holsteins sowie der NPD Südwestpfalz – und “schmückten” es mit dem Bild eines Affen, der die Hand wie zum Hitlergruss erhebt und eine Nazi-Armbinde trägt. Darüber hinaus haben die Hacker auch einen niederbayerischen NPD-Server “aufgemacht” und sich Datenbankzugang zu NPD.de verschafft.

affenpd.jpg

Auf der Unterseite zum NPD-Hack im Kongress-Wiki sei davon die Rede, dass mehrere Eindringlinge am Knacken der Passwörter für die Datenbank hinter der Adresse weltautor.npd.de gearbeitet hätten. Diese könne den Weg zu einem zentralen Content-Management-System der rechtsextremen Parteo öffnen, hieß es. Darüber könne man etwa auf NPD-Blogs (ich hoffe, es gibt da keine Verwechslungen…) zugreifen. Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC), der den Kongress veranstaltet, sprach gegenüber heise online davon, dass bei dem ein oder anderen Teilnehmer offenbar “das bürgerliche Engagement durchgegangen ist”.

wikihack.jpg

Mittlerweile wurden interne Fotos veröffentlicht, so ist offenbar Jens Pühse beim Baden in einem Fluss mit einem anderen Neonazi sowie eine Schifffahrt mit Holger Apfel zu sehen. Weiterhin wurden ganze Listen mit Benutzernamen und von NPD-Seiten veröffentlicht. Auf den Seiten der NPD-Jena wird mittlerweile eine Kundgebung beworben, auf der die Auflösung der NPD verkündet wird.

aufloesungnpd.jpg

Die NPD in Erfurt ruft hingegen zu Spenden für die Aussteigerinitiative Exit auf und zitiert das Gedicht ”Der Tod ist ein Meister aus Deutschland”.

hackerfurt.jpg

Siehe auch: B&H-Hack: Fette Beute durch kleinteiliges puzzlen?, Hacker legen Nazi-Seiten lahm

Link.

Und hier heult Altermedia: Ein Pfund Gehacktes, darf’s etwas mehr sein? – Heise Online über gehackte Internetseiten (31.12.08)

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Nach Nazi-Morddrohungen: Altermedia-Verbot gefordert

Posted in Aktuelles with tags , , , , , , , , , , on 30. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Wir berichteten über die auf dem Nazi-Nachrichtenportal Altermedia veröffentlichten Morddrohungen gegen den Bürgermeister von Warin (Link). Jetzt werden Stimmen laut, die ein „Verbot“ von Altermedia fordern:

Altermedia-Verbot? Caffier kündigt bundesweite Initiative an

Geschrieben von: Robert Scholz
Dienstag, 30. Dezember 2008 um 14:44
lorenz-caffierNach der Morddrohung gegen Warins Bürgermeister Hans-Peter Gossel, die im Kommentarbereich des rechtsextremen Szeneportals „Altermedia“ fiel, will Innenminister Lorenz Caffier dem ungestraften Treiben im Internet einen Riegel vorschieben. Auf der nächsten Innenministerkonferenz will er ein bundesweites Vorgehen auf die Tagesordnung setzen.

„Das nächste ‚Opfer’ stellt sich zur Verfügung. Gossel? Kommt von Gössel = Gans. Weihnachtszeit, Weihnachtsgänsezeit …“ – Kaum verhohlen drohte dem Wariner Bürgermeister Hans-Peter Gossel ein Kommentator des rechtsextremen Szeneportals „Altermedia“ unter Bezugnahme auf den Anschlag auf den Passauer Polizeichef mit Mord. Wer hinter dem Kommentar steckt, lässt sich nicht ermitteln – die Anonymität des Internets macht es möglich. Für Gossel bedeutet es zurzeit ein Leben in ständiger Angst.

Gossel ist aber nur das jüngste Opfer, das auf „Altermedia“an den Pranger gestellt wird. Im Kampf gegen Rechtsextremismus engagierte Bürger, kritisch berichtende Journalisten, selbst Minister – niemand ist vor der öffentlichen Stigmatisierung durch den vermutlich aus Stralsund berichtenden Seitenbetreiber geschützt. Das „Handwerk“ konnte diesem bislang aber nicht gelegt werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hält es daher auch für dringend geboten, dem Internet-Treiben einen Riegel vorzuschieben. „Wir werden das Thema auf der nächsten Konferenz der 16 Innenminister der Länder im Frühjahr ganz oben auf die Tagesordnung setzen“, kündigte der Minister gegenüber der OZ an. Laut Caffier ist es „nicht hinnehmbar und ein gewaltiges Problem, wenn das Internet zunehmend dazu missbraucht wird, politisch motivierte Straftaten anzufeuern“.

Caffier geriet selbst schon in die Schusslinie „Altermedias“: Im Herbst 2007 forderte er gemeinsam mit CDU-Landtagsfraktionschef Armin Jäger die erneute Prüfung eines NPD-Verbotsverfahrens. Caffier und Jäger waren daraufhin über Wochen Zielscheibe der rechtsextremen Internetplattform. Caffier wurde laut „Ostseezeitung“ als „Provinz-Mielke“, „Kaffern-Lori“ und „Arme-Leute-Himmler“ diffamiert, des Weiteren soll „die Deportation von Typen wie Jäger und Caffier“ gefordert worden sein.

Die CDU-Fraktion ging gegen die Diffamierungen und Gewaltaufrufe juristisch vor und wollte eine einstweilige Verfügung gegen den mutmaßlichen Betreiber, Axel Möller, erwirken, die das Landgericht Berlin am 12. Oktober 2007 auch aussprach. Hiergegen setzte sich der Stralsunder allerdings erfolgreich zur Wehr. Das Gericht sah es letztlich allein aufgrund der Indizien nicht als gesichert an, dass Möller tatsächlich Urheber der Seite sei.

Die CDU-Landtagsfraktion erklärte im Anschluss an das Verfahren gegenüber ENDSTATION RECHTS.: „Für den letztendlichen Nachweis im einstweiligen Rechtsschutzverfahren reichten diese Indizien jedoch nicht aus. Hier wäre eine von der Staatsanwaltschaft Stralsund angekündigte Anklageerhebung notwendig gewesen. (…) Das Gericht hat allerdings Herrn Möller sehr deutlich darauf hingewiesen, dass in einem Hauptsacheverfahren sicherlich mit einer anderen Entscheidung zu rechnen sei.“

Vor allem der Umstand, dass die Server der Internetseite nicht in Deutschland, sondern im Ausland stehen, macht es schwierig, die rechtsextreme Hetze juristisch zu belangen. Auf diesen Umstand wies auch der SPD-Vizelandeschef Mathias Brodkorb in Zusammenhang mit der angekündigten Initiative Caffiers hin. Zwar betonte auch er, dass es notwendig sei, Aufrufe zu Straftaten mit allen Mitteln zu verfolgen, wies gegenüber der „Ostseezeitung“ aber auch darauf hin, dass es kaum eine rechtliche Handhabe gebe, sobald der Rechner im Ausland stehe: „In Zeiten des weltweiten Internets können 16 deutsche Innenminister nichts ausrichten. Wirklich hilfreich wäre nur ein internationales Abkommen.“ Das Zustandekommen eines solchen internationalen Abkommens sieht Brodkorb indes skeptisch, da vor allem in den USA vieles unter dem Etikett der Meinungsfreiheit geduldet werde.

Link.

Die Verbotsforderung ist natürlich komplett witzlos, wenn die Seite vom Ausland aus betrieben wird. Aber nehmen wir mal an, der Altermedia Germany Server könnte nach bundesdeutschem Recht belangt werden, wie lange würde es wohl dauern, bis die Seite z.B. von einem Server aus Russland oder Malaysia aus wieder auf Sendung wäre? Eine Woche? Zwei Wochen …?

Die Systempolitik mit ihrer Verbotsgeilheit hat immer noch nicht verstanden, womit sie es bei den  Nazis 2.0  zu tun hat. Verbote und Zensur sind stumpfe Waffen gegen einen technisch gewieften Gegner, der jede aufwändig inszenierte und vorbereitete Zensur ohne grosse Probleme unterlaufen kann. Nur wer die offensive inhaltliche Auseinandersetzung nicht scheut, kann der vielköpfigen Hydra des neuen Nazitums die Stirn bieten.

PS: Die Sache mit dem Altermedia-Verbot ist übrigens ein alter Hut. Das Ganze wurde schon vor ziemlich genau einem Jahr diskutiert. Die Angelegenheit verlief im Sande …

Altermedia vor dem Aus?

Kopf der rechtsextremem Website "Altermedia"

Wie die Website Endstation Rechts berichtete, hat die CDU einen Rechtsstreit gegen die Internetseite ‚Störtebeker-Netz‘ bzw. ‚Altermedia – Deutschland‘, wo die Inhalte gespiegelt werden, vorerst gewonnen. Dabei ging es um die Verletzung des Urheberrechts sowie Beleidigung. Der Beklagte macht allerdings deutlich, was er von Rechtsstaatlichkeit hält und will auf das Urteil „pfeiffen“. Das kann für Altermedia aber Konsequenzen haben.


Von Patrick Gensing

Bei dem Nazi-Portal Altermedia Deutschland könnten offenbar schon bald die Lichter ausgehen. Laut Presseberichten droht dem mutmaßlichen Betreiber Axel Möller aus Stralsund jetzt eine Haftstrafe, da er einen Gerichtsbeschluss ignoriert. Denn Altermedia leugnet weiter standhaft, dass Möller hinter dem Projekt steht. Neben den bereits vorliegenden Indizien gibt es nun auch noch einen neuen Hinweis: Einige Nazis riefen öffentlich zu einer Spendenaktion zu Gunsten von Axel Möller/ Altermedia auf. Von dieser musste sich Altermedia öffentlich distanzieren, da sonst noch klarer würde, dass Möller hinter Störtebeker-Netz/Altermedia steckt.

Allerdings hält sich die Solidarität mit Altermedia in der rechtsextremen Bewegung in Grenzen. Besonders bei der NPD dürften viele Funktionäre nicht traurig sein, wenn Altermedia verschwinden würde. Denn oftmals waren es Berichte auf dem besagten Nazi-Portal, die Streitigkeiten aus der Partei öffentlich machten. Dieses ist für Beobachter oft sehr hilfreich gewesen, da auch in den Kommentaren viele Nazis ihre Profilneurosen durch das Herausposaunen von Halb-Insider-Wissen pflegen – genau wie der Autor bei Altermedia.

Ausgesprochen widerlich ist bei Altermedia immer wieder die rassistische Hetze aufgefallen. Besonders auf den Briten Noel Martin, seit einem Überfall von Nazis in Brandenburg gelähmt, hat sich der Autor eingeschossen. Aber auch der wahnhafte Antisemitismus ist bemerkenswert. Wahrscheinlich ohne nur einen einzigen Juden zu kennen, hetzen Autor und Leser gegen Juden. Dies trieb bisweilen seltsame Blüten, so wurde dem NPD-Generalsekretär Peter Marx wegen seines Namens immer wieder nachgesagt, er sei Jude.

Unerlaubt Bilder verwendet

Juristisch war Altermedia wegen Urheberrechtsverletzungen in Bedrängnis gekommen, die dort keineswegs selten sind. Das Portal hatte beispielsweise auch ein Bild des Autoren unrechtmäßig verwendet. Vielen andere Journalisten, Politiker und engagierte Bürger fanden ihr Foto ebenfalls auf Altermedia wieder. Bislang war es allerdings angeblich nicht möglich, dem Stralsunder Rechtsextremisten Axel Möller nachzuweisen, dass er der Betreiber der Seite ist. Und dies, obwohl es zahlreiche Indizien dafür gab. Unter anderem hatte die NPD in MVP in einer Auseinandersetzung öffentlich Möller als Betreiber geoutet. Auch der ehemalige NPD-Chef Günter Deckert bestätigte auf Anfrage von tagesschau.de, dass Möller hinter dem Projekt stehe: `Möller ist Störtebeker, also Ein-Mann-Unternehmen.` Gegenüber einem Journalisten prahlte Möller laut der FR einst, seine Seite sei die Nummer eins der rechtsextremen Internet-Seiten in Deutschland.

Zuletzt hatte er allerdings die Urheberschaft geleugnet, da immer mehr Personen rechtliche Schritte gegen die Seite erwägten. So dürfte es dutzende Artikel geben, die den Strafbestand der Volksverhetzung erfüllen. Hinzu kommen die erwähnten Verletzungen des Urheberrechtes.

Geldstrafe von 50.000 Euro angedroht

Im aktuellen Fall hat Möller laut Gerichtsbeschluss nachweislich das Urheberrecht verletzt sowie gegenüber CDU-Landespolitikern Beleidigungen ausgesprochen. Wie aus der am 12. Oktober 2007 vom Landgericht Berlin ausgefertigten einstweiligen Verfügung hervorgeht, verwendete Störtebeker-Netz/Altermedia ohne Genehmigung jeweils eine Fotografie von Lorenz Caffier (CDU) und Armin Jäger (CDU). Dies sowie das Aussprechen von bestimmten Beleidigungen auf der Internetseite gegenüber Jäger und Caffier belegte das Landgericht mit einer Strafandrohung. Bei Zuwiderhandeln drohe Möller eine Geldstrafe von 50.000 Euro oder ersatzweise sechs Monate Haft, schreibt Endstation Rechts. Wer ebenfalls rechtliche Schritte gegen Altermedia bzw. das Störtebeker-Netz erwägt, der kann sich laut Endstation Rechts an die Kanzlei Seelbach & Imm wenden.

Pfeiffen im Walde?

Altermedia geht seinerseits in die Offensive, um den Gerichtsbeschluss wolle man sich nicht kümmern, da nicht nachgewiesen worden sei, dass Möller Urheber des Artikels war, heißt es in einer Reaktion auf den Gerichtsbeschluss: „Besagter „Rechtsextremist“ behält es sich daher vor, auf besagten „Urteilsspruch“ als nicht für ihn zutreffend zu pfeiffen“, heißt es  in einem am 16.10. als Reaktion veröffentlichten Text. Ob dies nun das berühmte Pfeiffen im Walde ist oder auf Grund der schwierigen Beweislage Gelassenheit, lässt sich noch nicht abschließend bewerten.

© http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de & http://www.npd-blog.info17.10.2007

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/rechtsblog/altermedia/

Wild treiben es die neuen Germanen. Teil 1: Das Julfest

Posted in Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 29. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Nazi-Kugeln

Ein schöner Beitrag auf Jungle World über den auch uns bislang rätselhaften Germanenkult der „germanischen Weltnetzgemeinschaft„:

antifa

Jungle World Nr. 52, 23. Dezember 2008

Wenn die Ahnen um den Lichtbaum tanzen

»Ewige Wacht« statt »Stille Nacht«: Wie echte Germanen und andere Nazis Weihnachten verbringen.

von Theodora Becker und Oliver Schott

Christen feiern Weihnachten, Juden feiern Channuka, Germanen hingegen feiern das Julfest. Wäh­rend wir aus zahlreichen Verfilmungen von Charles Dickens’ »A Christmas Carol« sowie aus etlichen Folgen von »South Park« bestens über die Bedeutung und den Ablauf von Weihnachten und Channuka informiert sind, wissen wir kaum etwas über die Gebräuche unserer germanischen Mitbürger.

Das liegt vielleicht daran, dass das Germanentum eine recht junge Erscheinung ist. Erfunden wurde es zwar schon von den alten Römern als Sammelbezeichnung für ihre unberechenbaren, rauflustigen, unrasierten und trinkfreudigen Nachbarn im Norden, die schon damals die Neigung zeigten, ihren Hobbys Morden, Plündern und Brandschatzen auf ausgedehnten Europa-Rundreisen nachzugehen. Doch meist bekämpften sich die ger­manischen Stämme lieber gegenseitig. Es fehlten gemeinschaftsstiftende Elemente, namentlich die moderne Rassenlehre und das Herzstück des germanischen Geistes, der wahnhafte Antise­mitismus. Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich das echte, stolze, traditionsreiche Germanen­tum, das wir seither kennen.

Dank großer Fortschritte auf dem Gebiet der pseudo­wissenschaftlichen Brauchtumsforschung, die seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu verzeichnen waren, konnte aufgedeckt werden, dass die armen Germanen seit über 1 000 Jahren – ohne es überhaupt zu ahnen – Opfer der kulturellen Unterdrückung durch die ihnen vollkommen »rassisch wesensfremde«, jüdisch-christliche Zivilisation geworden waren. Insbesondere Heinrich Himmler und seine Gesin­nungsgenossen von der SS machten sich im Verlauf der dreißiger Jahre um die Erfindung »art­eigenen Brauchtums« verdient. Hier liegen auch die Ursprünge des Julfestes, das in seiner klassischen Ausformung erstmals 1935 begangen wurde und daher zu den urtümlichsten Bestandteilen des germanischen »Artglaubens« gezählt werden darf.

Worum geht es nun beim Julfest? Zunächst ein­mal wird statt Christi Geburt die Wintersonnenwende gefeiert. Christliche Kreuze (artfremd) sind durch Hakenkreuze und Sonnenräder (germanisch) zu ersetzen. Der Weihnachtsbaum heißt Jul­tanne oder Lichtbaum, und statt des Christkinds bringt Frau Holle Geschenke. Ein wichtiger Bestand­teil des Ritus ist das Entzünden des Julfeuers, um das dann die ganze Sippschaft andächtig oder »Lichtersprüche« aufsagend herumstehen kann. Dabei weckt das Knistern der Flammen nostalgische Erinnerungen an vergangene Heldentaten und große Pläne für das neue Jahr. Wichtig ist auch der Julleuchter, eine irdene Gerätschaft, die traditionell in Sklavenhandarbeit in den KZ-Werkstätten von Neuengamme und Dachau hergestellt wurde.

Das Julfest ist ein Fest des Gedenkens an die Ahnen, welche nach germanischem Glauben die Fei­erlichkeiten mit ihrer unsichtbaren Anwesenheit beehren. Unter »Ahnen« sind selbst­ver­ständ­lich vor allem gefallene Soldaten zu verstehen. So heißt es in Thilo Schellers traditionellem Gedicht »Ewige Wacht« von 1943: »Wenn dann die Kerzen am Lichterbaum zu Ende gebrannt,/Legt der tote Soldat die erdverkrustete Hand/Jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:/Wir starben für euch, weil wir an Deutschland geglaubt.« Kein Wunder, dass germanische Kinder nur einen Traum haben: wie der unsichtbare, tote Onkel fürs Vater­land durch den Dreck zu robben und zu krepieren.

Doch heutzutage ist es nicht gut bestellt um die Bewahrung des altehrwürdigen »Artglaubens«. Denn die Usurpation altgermanischer Bräuche durch das Christentum wird häufig nicht zur Kenntnis genommen oder gar verharmlost. Gemäß dem Motto, jeder solle feiern, was ihm gefällt, verschwindet ein »kultureller Genozid« hinter einer Beliebigkeit, die sich auch noch mit dem Wort »Toleranz« schmückt!

Diesem Umstand entgegenzuwirken, bemüht sich die NPD Rhein-Neckar. Sie veranstaltete dieses Jahr zwar eine ganz biedere Weihnachtsfeier, verband diese aber mit einem Referat des zweiten Vorsitzenden Jan Jaeschke über die wahren Ur­sprünge der »deutschen Weihnacht«. Der Vortrag war »gerade für die neuen Mitglieder und Interessenten sehr aufschlussreich«, wie man auf der »Heimseite« verkünden konnte.

In dem Neonazi-Portal Enos werden solche reformistischen Bemühungen verworfen. Weihnach­ten wird als »Fest der Lüge« entlarvt, passend illustriert durch einen fies grinsenden Weihnachts­mann mit Drudenfuß auf der Mütze und einer auffällig großen und krummen Nase. Weihnachten diene einzig und allein dem Umsatz der Kapitalisten. Statt den diktierten Konsum und die geheuchelte Freude mitzumachen, solle man, wenn man denn »Schneid hat«, lieber das Julfest feiern. Merke: Wer zum »arteigenen Brauchtum« zurückkehrt, kann damit nicht nur Courage beweisen, sondern sogar noch Geld für Geschenke sparen.

Wie schwierig es auch für Germanen ist, dem Nachwuchs die spirituelle Bedeutung des Festes zu vermitteln, zeigt eine herzerwärmende Episode aus dem »Thiazi-Forum«, der »Germanischen Welt­netzgemeinschaft«. Der Benutzer Tanngjost (»Unterrasse: Dinarid-Nordid, Politik: völkisch, Re­ligion: naturverbundener Waldschrat«) fragt, ob die Mitgermaninnen und -germanen denn einen Baum in der Stube hätten. Darauf antwortet Raginhild (»Unterrasse: Ideal Sexy Angel, Politik: Ich hab immer Recht, Religion: Cosmopolitan-Anbeterin«): »Wir hatten natürlich einen Baum ste­hen, mit Kindern ist das unumgänglich, und es macht ehrlich gesagt auch Spaß, den zu schmücken. Einziges Manko dieses Jahr: Die Mädels haben die Spitze gebastelt, und als ich in die Stube kam, wurde ich kreidebleich und mein Mann lag am Boden vor Lachen. Sie hatten einen roten Stern mitten auf den Baum gespickt!«

Doch von »fehlendem Nationalbewusstsein« und »starkem Identitätsverlust« bleibt nicht einmal die »größte germanische Online-Gemeinschaft« verschont. Im Thread über Weihnachtslieder etwa wird zutiefst artfremdes Liedgut der Beach Boys oder der Beatles empfohlen. »Wenn man jedoch sieht«, so Tanngjost voll bitterer Ironie, »welcher Art die Interpreten sind und auf welch amerikanisierte Weise aufgefahren wird, so lasst uns doch gleich noch einen ›Rap‹- und ›Hiphop‹-Strang eröffnen. Die haben sicherlich auch eine ›schöne‹ Art der Auslegung von den uns­rigen urgermanischen Weihenächten und sicher auch passende Titel dazu, um das Ganze noch mehr zu entarten.« Und in einem benachbarten Thread werden sogar Muffin-Rezepte weitergegeben. Germanisches Brauchtum hat es eben schwer.

Source.

Ja, so kennen wir sie: Muffins mampfende Möchtegern-Germanen, die ihr „Julfest“ beim Klang der entarteten Beach Boys begehen. 😀

Zum Thema „Nazis und ihre Julbäume“: Es gibt unter ihnen aber auch trockene Realisten, für die wir sogar eine Prise Sympathie empfinden (oder ist es Mitleid?) Hier z.B. der Jul-Gummibaum des berüchtigten Porno-Nazis „Drömmarnas Stig“:

Kramte ein altes Photo von ca. 2004 hervor.
Plastikbaum für 3 Euro.
Nazi-Baum

Mehr davon: http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=116021

Antideutsch versus Antiimp: Eine Grundsatzfrage?

Posted in Aktuelles with tags , , , , , , , , , , on 28. Dezember 2008 by Thiazi Watch

USA-Israel-Nazis
Auf Indy Germany wurde kürzlich wieder mal die Frage aufgeworfen: Wie hält es die deutsche Linke mit der Kritik an Staaten wie Israel, die als Teil der imperialistischen Maschinerie des Westens agieren, andere Völker besetzen und ausbeuten und Gewalt und Terror als „legitime“ Mittel der Politik einsetzen:

indy germany fest in antideutscher Hand?

Bernd Kudanek alias bjk 28.12.2008 00:27 Themen: Antifa Indymedia Medien Militarismus Repression Soziale Kämpfe

Seit längerem ist leider festzustellen, daß die indy-Moderation Germany sämtliche Beiträge löscht, die auch nur ansatzweise im Verdacht stehen könnten, israelkritisch zu sein. So auch mit nachfolgendem Beitrag, der gestern abends nach 20 Uhr von egal eingestellt wurde. Ich habe diesen Beitrag gespeichert und stelle ihn nachfolgend wieder ein.

Möge sich jeder selbst ein Bild machen, wie die derzeitigen indy-ModeratorInnen die indy-Gemeinde und den indy-Gedanken verraten haben.

Die Moderatoren-Nachtschicht sollte gut überlegen, ob sie es sich wirklich leisten kann, auch meinen Beitrag zu löschen und weitere Enthüllungen zu riskieren.

Bernd Kudanek alias bjk
Publizist und Forenbetreiber von
http://freies-politikforum.carookee.com
und
http://wisp.carookee.com

http://de.indymedia.org/2008/12/237467.shtml

An die Moderatoren
egal 27.12.2008 20:44 Themen: Indymedia
ich weiß zwar nicht wieviele brichte zu den luftangriffen in gaza ihr inzwischen gelöscht habt,aber lasst euch eins sagen der vogel strauß steckt bei gefahr seinen kopf in den sand um diese nicht zu sehen und scheinbar tuen das die moderatoren auch.durch das löschen mehrere beiträge wird das thema nicht verschwinden aber das vertauen in indy als unabhängige medienplattform schon.
es wird sicherlich viele müllige kommentare geben aber so zu tuen als ob es diese luftschläge
gegen eine unbewaffnete stadt nicht gegeben hat wird indymedia nicht besser machen.
eher im gegenteil wer hat denn noch lust berichte zu schreiben wenn diese sowieso nicht eingestellt bzw gelöscht werden nur weil sich die traümereien von der unschuld der israelischen regierung in den rauch von 200 toten auflösten.

Gaza stadt verfügt über keine luft abwehr und auch über kein vorwarnsystem
die bürger von gaza hatten keine möglichkeit sich vor diesen luftangriffen gegen ihre stadt zu schützen.keine sirene keine radiodurchsagen nur pure heimtücke.
ziel dieses mörderischen angriffes sollte die hamas sein,doch die freut sich ein zweites loch ins knie.die haben 30 -40 kämpfer verloren und tausende gewonnen.
alle dämme sind gebrochen und für die islamisten ist jetzt jedes mittel recht rache zu üben und das macht juden in aller welt zum ziel von attentaten.danke olmert.
durch das aushungern und 2 tote palestinesische kinder durch hamasraketen begann ihr rückhalt in der bevölkerung zu schwinden doch nun wird sie selbs im westjordan an stärke zugewinnen.
das schlimme ist die fatach muß jetzt selbst wieder radikaler gegen die israelische besatzung vorgehen wenn sie die macht im westjordanland nicht verlieren will.
diese hinterhältigen luftangriffe passen voll in das neue bild das kadima abgibt.
man kann nur hoffen das sie die wahl nicht gewinnen und ihre drohung alle israelischen staatsbürger die keine juden sind aus israel auszuweisen nicht wahr wird.

Link.

Uns bringt das auf die Frage: Wie halten wir es mit der Dichotomie Antiimp vs. Antideutsch?

Die Antwort ist eigentlich simpel: Wir widersetzen uns ausnahmslos jeder Form imperialistischer Gewalt, egal von wem sie ausgeht, von Nazis, Kapitalisten, Islamisten … oder Zionisten. Wir sind pro-jüdisch und grundsätzlich pro-israelisch, aber wir lehnen die Gewaltexzesse des organisierten Zionismus ebenso ab wie die Ausbeutungs- und Völkermordmaschine des militärisch-industriellen Komplexes.

Zugleich sind wir strikt antideutsch und verurteilen jegliche Deutschtümelei als Vorstufe des Nazismus. Deutschland ist sowieso nur ein Konstrukt, keine Realität. „Deutschland“ ist ein Gebiet in Mitteleuropa, das aus der Mischung von Slawen, Romanen, Germanen entstanden ist, ein melting pot, keine „urwüchsige“ Nation. Deutschland hat keine Identität und muss, um sich eine zu konsturieren, auf Nazismus und gewaltsame Ausgrenzung des „Anderen“ zurückgreifen. Gegen den Nazismus und militanten Faschismus in Mitteleuropa gibt es nur ein Mittel: Deutschland als Staat muss aufgelöst werden, das „deutsche Volk“ dekonstruiert werden. Genazuso ist es aber mit dem jüdischen „Volk“ und der faschistischen Ideologie des Zionismus!

Wir müssen gemeinsam und solidarisch aktiv werden gegen Ausbeutung und Imperialismus in aller Welt!

Antideutsch und Antiimperialistisch!

DEUTSCHLAND ABSCHALTEN!

STOP ISRAEL!

ps: Wir möchten auch noch einmal ausdrücklich anmerken, dass uns die Moderationspolitik auf Indymedia massiv ankotzt und dass wir uns mit der Kritik daran solidarisieren! Es werden an einem Tag 270 Menschen von der imperialistischen Militärmaschine Israels ermordet und KEIN WORT DAVON erscheint auf Indymedia! Statt dessen stimmen die GenossInnen lieber in das Systemgeheule über den Bullen Mannichl ein. 270 ermordete Araber? Egal, Hauptsache dem Herrn Polizeidirektor gehts gut? Welchen Sinn hat eine alternative Info-Plattform, wenn sie ein solches verzerrtes Bild von der Realität liefert und den antifaschistischen Kampf in systemtreuer Weise von innen heraus sabotiert?!

Eine solche miserable, manipulative und durch nihts zu rechtfertigende Moderation muss personelle Konsequenzen haben!

Wer antiimperialistische Themen totschweigt, überlässt das Feld den Nazis, siehe z.B. den entspr. thread im Thiazi Forum: Israel tötet 200 Palästinenser …

Hetzen, drohen, aufstacheln: Nazi-Foren und rechte Gewalt

Posted in Aktuelles with tags , , , , , , , , , , , on 28. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Nazi-Gewalt

Nicht zum ersten Mal lesen wir in den Medien sowas wie den folgenden Artikel:

Mecklenburg: Bürgermeister in rechtem Forum mit Mord bedroht

© ZEIT online, Tagesspiegel | 27.12.2008 20:44

Hans-Peter Gossel, Bürgermeister im westmecklenburgischen Warin, sieht sich in einem rechtsextremen Internetforum mit Morddrohungen konfrontiert. Er steht unter Polizeischutz.

Nach Drohungen in einem rechtsextremen Internetforum steht der Bürgermeister der westmecklenburgischen Kleinstadt Warin (Kreis Nordwestmecklenburg) unter Polizeischutz. Wie der NDR am Samstag berichtete, soll es sich um „Morddrohungen“ gegen den parteilosen Hans-Peter Gossel durch Unbekannte handeln. Der Text in einem nicht näher benannten Forum sei offenbar bereits vor einigen Tagen veröffentlicht worden. Darin sei auch Bezug auf den Anschlag gegen den Passauer Polizeichef Alois Mannichl genommen worden. Als Hintergrund wird laut dem Bericht ein Streit um einen beabsichtigten Immobilienkauf der Interim Partei Deutschland (IPD) in Warin vermutet.

Nach Angaben des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern gebe es Hinweise darauf, dass die Partei „Bezüge zum Rechtsextremismus hat“, berichtete der NDR. Dies müsse aber noch geprüft werden, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Sender. Die Polizei nehme die Bedrohung sehr ernst und habe entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen. Laut den „Lübecker Nachrichten“ wird die IPD vom schleswig-holsteinischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. (mpr/ddp)

http://www.zeit.de/news/artikel/2008/12/27/2693108.xml

Es handelt sich dabei um folgende Äusserung eines gewissen „Wetekamp“ aus der Altermedia-Kommentarspalte (eigentlich kein Forum):

„Aauuuuufffffffpasssssssssssäääännnnn!!! Hoch-Zeit der Lebkuchenmesser!! Das nächste „Opfer” stellt sich zur Verfügung. Gossel? Kommt von Gössel = Gans. Weihnachtszeit, Weihnachtsgänsezeit …“

http://de.altermedia.info/general/kennt-wer-die-ipd-201208_20538.html#comment-408848
Vgl. http://www.mvregio.de/show/183686.html
Eine nicht zu leugnende Tatsache ist, dass auch  Nazi-Foren wie das Thiazi Forum als Plattformen zur Verbreitung rechter Hetze gegen Andersdenkende, AusländerInnen und andere bei den Nazis verhasste Gruppen immer beliebter werden. Dabei geht es keineswegs nur um allgemeine Stimmungsmache und Hetze, sondern es werden immer öfter und immer offenherziger auch richtig gehende Drohungen gegen konkret benannte Personen ausgesprochen. Nicht selten werden solche Drohungen auch in die Tat umgesetzt (siehe Fall „Mannichl“!) Hunde die Bellen beissen nicht, heisst es. Im Fall der räudigen Nazi-Köter ist es genau umgekehrt. Ihr Gekläffe ist deshalb sehr ernst zu nehmen und sehr genau zu beobachten.

Ein paar Stilblüten aus dem Thiazi-Forum:

Lange vor dem Fall Mannichl schrieb im Februar (!) 2008 ein Thiazi-User namens „kolonne-oberland“ (ein boarisch-braunes Urviech wie frisch aus dem Schweinekoben):

Verfolgung der Opposition auch in der BRD

Während Bundeskanzlerin Merkl die Unterdrückung der Opposition in aller Herren Länder kritisiert, werden auch im Landkreis Passau die Grund- und Menschenrechte mit Füßen getreten. Unter der Federführung des Passauer Polizeidirektors Alois Mannichl werden “Wirte gefügig gemacht” (PNP berichtete), Versammlungsteilnehmer müssen scharfe Polizeikontrollen über sich ergehen lassen und nun werden die Arbeitgeber junger Kameraden von Beamten der Kripo Passau aufgesucht. Um die nationale Opposition an den Pranger zu stellen wird über die Mitgliedschaft in der NPD informiert und Probleme am Arbeitsplatz sind vorprogrammiert. Man denkt unweigerlich an vergangene Zeiten und zweifelt des öfteren am Untergang des DDR-Regimes mit ihren Stasi-Methoden.

Link.
Mannichl wird hier persönlich als Feindbild aufgebaut, um eine Hetzcampagne gegen ihn anzuzetteln. Die erste Stufe in einer Spirale der Enthemmung und Entmenschlichung des Opfers, die dann folgerichtig zu dem Nazi-Anschlag im Dezember geführt hat! Anonyme oder halb anonyme Rechte Hetze im Internet bereitet der rechten Gewalt den Nährboden, stachelt auf, enthemmt.

Ein anderes Beispiel: Zum Satansmord von Sondershausen schreibt ein krankes Individuum namens „TYRAS“:

Ich möchte mich meinen Vorredner“Sick Disease“ anschliessen,ich halte auch das Ausschalten von pol. oder sonst welchen Gegnern,die einen existenziell schaden wollen(können),für legitim.Die Frage die sich jetzt manche stellen ob die Bedrohung,die von Sandro Beyer ausging wirklich existenziell war ,kann ich nat. nicht beantworten,aber ich möchte einfach mal daran erinnern das töten etwas menschliches ist !Jeder Mensch ist zum töten fähig!-Ihr meint zu töten wäre schwer,doch wo kommen all die Toten her?!

Link.

Diese Verherrlichung bzw. Verharmlosung brauner Gewalt- und Mordaktionen ist überaus typisch für das ganze Thiazi-Forum und seine Mitglieder.

Weiter heisst es, von dem selben „TYRAS“ mit unglaublicher Offenheit:

Töten ist notwendig zum überleben. … ….WER WIND SÄHT WIRD STURM ERNTEN !

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=981557&postcount=72

Ein anderer namens „Skuld“ schreibt etwas „ausgewogener“:

Dieser Mord wird für den Mörder ein Teil seines Lebens, ob gewollt, oder nicht. Allerdings muss man sagen, dass Möbus ja zu seiner Tat steht, auch wenn er dem zugegebenerweise eher unemotional gegenüberzustehen scheint. Auch weiß ich, dass die Mutter des Toten sicher sehr leidet. Allerdings tut/tat Möbus der „Bewegung“ ja auch einiges, indem er seine Musik veröffentlicht. 😉
Man muss immer überlegen, was diejenige Person trotz ihrem Fehler noch tun kann.
Und ich muss gestehen, ich mag die Musik von Absurd, das Alte und das Neue.
😀

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=991018&postcount=113

Auch wenn manche Thiazi-user solchen Aussagen immer wieder mit gespielter Entrüstung widersprechen, ist doch klar, dass hierin der Konsens der Nazis besteht. Gewalt – bis hin zum Mord – ist für die virtuelle SA von heute ebenso ein „legitimes“ Mittel wie für ihre Vorbilder von damals.

Das wird noch deutlicher in einem Thread namens „Freiheit für Kay Diesner und alle anderen politischen Gefangenen„.

Ein User namens „Tears of Mind“ schreibt dort über den Mordversuch des Nazis und Mörders Kay Diesner an einem linken Buchhändler:

Der Buchhändler hat doch das gekriegt was er verdient hat

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332311&postcount=13

Thread starter „adlerfisch“ (ein Nazi mit der Intelligenz eines Guppis) verharmlost:

Er hat nicht aus Spaß oder Langeweile so gehandelt. Jeder der so unqualifiziert rauslabert sollte mal mitmachen was Kay mitgemacht hat, dann würde er es anders sehen.


http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332575&postcount=16

Ein weibliches Stück Nazi-Kacke namens „NoRemorseW“ kläfft hinterher:

Über eins müssen wir uns im klaren sein.
Kay wird mit oder ohne Anhörung nie wieder raus kommen.
Und das weiß er selber.
Er redet den ZOG-schergen nunmal nicht nach Mundart sondern bleibt sich und seinen Idealen treu und das ist dem Staate ein gewaltiger Dorn im Auge.
Ich sehe es genauso,dass 16 Jahre mehr als genug sind.
Aber bei manchen Leute hier redet man eh gegen eine Mauer,dass Kay den Polizisten nicht einfach so erschossen hat.

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332614&postcount=23

Eigene Gewalttaten relativieren und verharmlosen und dann alles auf „ZOG“ schieben und sich als Opfer „des Systems“ fühlen. Nazi-Selbstmitleid + Nazi-Paranoia in Bestform!

Ach ja … man kann im Thiazi Forum auch Soli-T-Shirts („T-Hemden) für den verurteilten Mörder Kay Diesner bestellen:

Diesnertshirt
http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=131725

So viel zur „kritischen Distanzierung“ der Nazis von Gewaltakten à la Mannichl.

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

Posted in Aktuelles, Antifa, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , on 23. Dezember 2008 by Thiazi Watch

AUS AKTUELLEM ANLASS:

Ein GASTBEITRAG von Antifa.de

22. Dezember 2008

Für autonome Bewegungen und den antikapitalitischen Flächenbrand

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Am Samstag den 6. Dezember wurde der 15jährige Alexis Grigoropoulos von einem Polizisten in Athen erschossen. Die Erschießung von Alexis fand statt vor dem Hintergrund zahlreicher politischer Auseinandersetzungen. Der größte Teil der griechischen Gefangenen befand sich bis vor kurzem in einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen, an den Universitäten des Landes brodelt die Unruhe und am Mittwoch beginnt ein schon länger angesetzter Generalstreik gegen die Politik der Regierung.

Ein Ort wo viele solcher Kämpfe zusammentreffen ist der Athener Stadtteil Exarchia. Als ein Streifenwagen der Polizei dort am Samstag mit Steinen beworfen wurde, hat ein Beamter seine Pistole gezogen und dreimal geschossen. Eine Kugel traf Andreas in die Brust, er starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten der abgedrückt hat Totschlag vor. Er selbst sagt es waren Warnschüße. Wir sagen es war Mord!In ganz Griechenland ist es daraufhin zu Protesten gekommen. Universitäten wurden verbarrikadiert, Verkehrswege blockiert und mehrere große Demonstrationen fanden statt. In fast allen Landesteilen Griechenlands bleiben die Schulen aus Protest gegen die Ermordung von Andreas geschlossen. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter haben ihren Rücktritt angeboten, aber Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis lehnte ab. Der Protest geht weiter, entwickelt sich zur Revolte und deren findet sich auch in anderen europäischen Städten wieder. In London und Berlin wurden Botschaften besetzt und in vielen Städten gibt es Solidaritätsdemonstrationen.

In Athen wurde auf uns alle geschossen!

Wir sind wütend und bestürzt über die Schüsse in Athen. Wir sehen darin keinen Einzelfall und auch kein überreagieren eines einzelnen Beamten, sondern einen roten Faden der Repression welcher von Genua über Göteborg nach Athen reicht. Der Einsatz von Schußwaffen gegen Demonstrant_innen ist kein Einzelfall. Wir erinnern uns z.B. an die G8/ASEM Demonstration, während der ein Polizist in Hamburg seine Pistole zog. Vom Hamburger Innensenator gab es für diese letzte Maßnahme unmittelbar vor dem Schuss volle Rückendeckung: Der Polizist habe gemäß seiner Einsatzvorschriften gehandelt. Der SPD reichte selbst das nicht: Sie fordert mehr „Härte gegen linke Straftäter“ und hetzt gegen politische Bewegungen. Dieser Zynismus hat seine blutige Entsprechung in Exarchia gefunden.

Die Schüsse auf Alexis sind Ausdruck und Spitze einer europaweit zunehmenden Repressionsspirale die zunehmend mehr Tote fordert. Unter dem Stichwort der Inneren Sicherheit werden Gesetze verschärft und die Überwachung totalisiert. Werden Flüchtlinge an den Außengrenzen in den Tod getrieben, werden vermeintliche Dealer mittels Brechmitteln ermordet, wird auf diejenigen die diese Verhältnisse angreifen scharf geschossen.

Alexis war nicht unschuldig. Er war schuldig für ein besseres Leben eingetreten zu sein. Er ist wie wir ein „Rebell ohne Grund“, weil die kapitalistische Wirklichkeit uns Grund genug zur Auflehnung und Revolte ist. Weil wir die Rationalität und vermeintliche Sachlichkeit der heimgekehrten Cohn-Bendits und Joschka Fischers verachten. Einen Frieden mit einem System das weltweit Armut, Krieg und Ausbeutung exportiert. Wir lehnen uns auf, weil wir ein Leben leben wollen, dass diesen Namen verdient.

Alexis ist uns Freund und Weggefährte. Er ist nicht verschwunden, sondern anwesend. In unseren Kämpfen, unserem Begehren, der Explusion unserer Wut. Sein Name hallt, wie die Schüsse die ihn getötet haben, von den Wänden der Städte. Man hört seine Schritte in den Straßen. Sie erzählen von unserem und seinem Trotz nicht klein beizugeben. Dem Mut und der Notwendigkeit dem vermeintlich Unabänderlichen zu widersprechen und ein für allemal in Richtung einer gerechteren Welt in Bewegung zu geraten. Einer Welt die Unterdrückung und Ausbeutung, Sexismus und Rassismus nicht als gegeben hinnimmt, sondern die den Aufstand probt. Einem Alltag der sich von Kapitalismus und Lohnarbeit befreit. Der jeden Tag aufs neue die falschen Wahrheiten und Normen die wir vorfinden in Frage stellt.

Regierung stürzen!

Wir sind an der Seite der hungerstreikenden Gefangenen in Griechenland, der kämpfenden Stundent_innen, der Streikenden in den Fabriken, Büros und Läden. Wir sind auf der Straße mit den Autonomen in Exarchia und den Schüler_innen die ihre Schulen besetzen. Wir sind an der Seite aller dieser Menschen weil unsere Sehnsucht nach Veränderung sich auf der Straße trifft. Weil die Welt ein Dorf ist und wir mittendrin. Weil Regierung stürzen auf griechisch das selbe meint. Wir die selbe Sprache sprechen, die gleichen Lieder mögen und das Glas bei den hohen Tönen splittert.
Hören wir nicht mehr auf schreien!

NO JUSTICE – NO PEACE!
CAPITALISM KILLS!

Autonome aus Hamburg

<!– –>

Wir schliessen und dem an!

Vorwärts  gegen Polizeirepression und Systemgewalt. Gegen den alten und neuen Faschismus in all seinen Formen! – TW

Rassenwahn Teil 1: Abgründe der Nazi-„Anthropologie“

Posted in Allgemeines, Antifa with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 21. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Vom Rassenwahn zum Völkermord

Eines der Dauer-Themen der Nazis (nicht nur im Thiazi-Forum), das von ihnen unermüdlich und in offen diskriminatorischer Absicht behandelt wird ist die Produktion rassistischer Stereotypen. Um sich selbst in ihrer Jämmerlichkeit und minderer Bemitteltheit irgendwie doch noch aufzuwerten flüchten sich Nazis in den Rassismus. Dabei ist der Rassismus zuerst fast immer gegen MigrantInnen gewendet und dient der Ausgrenzung unerwünschter Mitmenschen, mündet aber logischerweise in die pauschale Abwertung sämtlicher für „anders“ gehaltener Menschen. Rassismus ist die Vorstufe des Völkermords. Wer den „Schwarzen“ für irgendwie „verschieden“ vom „Weissen“ hält, verleugnet nicht nur eine wissenschaftliche Tatsacje (dass es „Rassen“ überhaupt nicht gibt), sondern macht den Weg frei für Ausgrenzung und Hass. Der scheinbar „harmlose“ oder sich als „wissenschaftlich“ gebende Rassismus ist die Vorstufe einer Vernichtungspolitik, die letzten Endes mit tödlicher Logik nach Auschwitz geführt hat.

Rassenwahn ist der Kern neonazistischer Ideologie!

Die Rassen“theorien“ heutiger Nazi-„Herren“menschen lassen sich wunderbar am Beispiel des sogenannten „Antropologie„-Subforums auf Thiazi analysieren. Wir wollen das auch unseren Lesern nicht vorenthalten, damit niemand sich Illusionen über das Ausmass der rassistischen Verblendung und das Hasses auf alles, was „anders“ ist innerhalb des Neonazismus zu machen braucht!

Wirft man einen Blick in dieses Subforum, dann ist dann die Rede von angeblichen „Rassentypen Europas„, „Jüdischen Rasseköpfen“ oder „Rassen Europas nach Hans F. K. Günther„, wobei völlig schamlos und unverblümt auf die Original Nazi-Literatur zum Thema zurück gegriffen wird (viel von diesem Dreck kann man sich auch im Forum downloaden).

Es werden „Argumente gegen Rassenvermischung“ gesammelt und über Fragen ‚philosophiert‘ wie „Rassenschande, wo sind die Grenzen?„, oder „Wer oder was ist „arisch“?„.

Zu den beliebtesten „Anthropologie“-Threads gehört erwartungsgemäß die Diskussion des Themas „Juden!?„, in dem die gängigen antisemitischen stereotypen bis hin zum pseudowissenschaftlichen Mythos einer angeblichen „jüdischen Rasse“ fast vollständig versammelt sind. Das Ziel von solchen pseudowissenschaftlichen „Diskussionen“ ist eindeutig rassistisch, was man an geschmacklosen threads wie „Rassisch inkorrekte Paare [Sammelthema]“ sieht. Trotzdem werden einige user des Forums nicht müde, den Anschein eines „wissenschaftlichen“ Anspruchs dieser „Rassenlehren“ zu vermitteln. Besonders ungreifbar ist dabei ein User namens „Agrippa„, der auch in anderen, nicht rein Nazi-mässig ausgerichteten Foren schreibt (z.B. „Human Biodiversity“ – scheint inzw. down zu sein) und zum Sympathisantenkreis des Kryptorassisten „Dienekes“ gehört. Dieser Agrippa bezeichnet sich nicht öffentlich als Nazi, sondern als „progressiver Kollektivist“. Liest man aber seine Erklärung darüber, was damit gemeint ist, dann ist klar, dass das nichts anderes ist als ein raffiniert getarnter Feigenblatt-Neonazismus. Der Rassismus spielt für ihn die entscheidende Rolle. Er denkt ihn konsequent zu Ende als Teil einer eiskalten biologistisch-materialistischen Weltanschauung und unterfüttert ihn mit moderner Human-Biologie und Genetik. Sowas ist weitaus gefährlicher als der an der Grenze zum Irrsinn nur knapp vorbeidriftende oder sie überschreitende Primitivrassismus anderen Gestalten in diesem Forum wie z.B. einem User namens „Das Recht“, der gegen „Südländer“ und „Pizzawahnsinn“ hetzt, für Lanz von Liebenfels schwärmt (!) und z.B. Threads mit dem Titel „Rasse und Nase“ ausschneuzt, wo er dann die „indische Rüsselnase“ mit der „dinarischen Tropfennase“ vergleicht und mit einem User namens „Rotzer“ (!) über den Zusammenhang von Nasenform und Führunsqualitäten fachsimpelt. Im Gegensatz zu Witzfiguren wie Nasen-Nazi „das Recht“, deren Hirninhalt wohl wirklich zum grossen Teil aus Rotze besteht spielen der Edelrassist Agrippa in einer ganz anderen Liga.

Da wird dann auch mal auf neue „Erkenntnisse“ der Wissenschaft hingewiesen, die angeblich widerlegen sollen, dass es keine „Rassen“ gibt und diese Sache wird mit aufgeklärten Menschen ausdiskutiert, die sich in das Nazi-Forum verirrt haben. Beispiel: Die Threads „Wozu muss man den Menschen in Rassen einteilen?„, „Moderne Genetik widerlegt den Rassismus?“ und „Argumente gegen die UNESCO-Erklärungen zum Rassenbegriff„. Oder es werden Neuerscheinungen zum Thema „rezensiert“, die von braunen Verlagen ganz ‚legal‘ (!?) gedruckt werden. Bsp.: Andreas Vonderach – Anthropologie Europas.

Hier wird die Vernetzung von Internet-Nazis mit den verkappten und offen agierenden Nazis im real life deutlich. In einem sind sie sich alle einig: In der rassistischen Weltanschauung, die dann so groteske pseudowissenschaftliche Abartigkeiten produziert wie eine Unterscheidung der Menschen in „europid“ und „negrid“ usw.

Wer damit anfängt, geht den ersten Schritt in Richtung Holocaust!

Never Again!

GNWP