Archiv für Mannichl

Bullen, Nazis, Idioten: Update zum „Fall Mannichl“

Posted in Aktuelles, Antifa with tags , , , , , , , , , , , , on 31. Dezember 2008 by Thiazi Watch


Der „Fall Mannichl“ (wir berichteten) entwickelt sich vom medialen Winterlochthema zu einer Peinlichkeit erster Güte. In bürgerlichen und antifaschistischen Medien wird noch über die Verhinderung einer für den 3. Januar geplanten Nazi-Demo debattiert, während gleichzeitig immer unklarer wird, ob denn der allseits beliebte (*Ironie!*) Hardliner-Cop sich das Lebkuchenmesser nicht vielleicht doch selbst in den Bauch gepiekst hat, um seinen Bullenkumpels das repressive Vorgehen gegen „Extremisten“ jeglicher Coulör zu erleichtern. Jedenfalls fehlt von dem angeblich glatzköpfigen, zwei Meter langen und mehrfach gesichtstätowierten Nazi-Täter nach mehrwöchiger intensiver Fahndung durch eine eigens eingerichtete 50 BullettInnen starke Soko jede Spur. Wenn nicht bald eine solche Spur auftaucht oder der Nazi-Hintergrund des Anschlags klar erwiesen wird, machen sich sämtliche Initiativen, Medien, Parteien, Politiker, die den „Fall Mannichl“ von der ersten Sekunde an medial auszuschlachten versucht haben (etwa in Richtung NPD-Verbot) in einem Mass lächerlich, dass mensch wohl von einem irreparablen Schaden für den Kampf gegen Rechts sprechen muss.

Die Nazis kringeln sich offenbar auch schon vor Amüsement, prima zu sehen in der digitalen Nazi-Spelunke „Thiazi-Forum“: genauer gesagt in dem schon erwähnten thread „Passau: Polizeichef verletzt – Täter (?) angeblich „Neonazi“„.

Dort schreibt vor 2 Tagen ein gewisser „Nussknacker“ hämisch über die an Hysterie grenzende Medienberichterstattung:

Die Masse läßt sich nach wie vor an der Nase herumführen und die Lohnschreiber spielen ihre Rolle als „unbestechliche Wächter“ der Demokratie ja auch mit Herzblut, aber immer weniger denkende Menschen fallen darauf herein.

Mittlerweile reicht das Mißtrauen doch schon bis weit in die „bürgerliche Mitte“. Die guten Zeiten für willige Mitläufer in den Redaktionen gehen auch langsam zu Ende. Man braucht keine qualifizierten, vielseitig gebildeten denkenden Menschen mehr. Volontäre und freie Hilfskräfte können den Job genauso gut und wesentlich billiger erledigen.

Da kommt langsam Panik auf und die nächste Journalistengeneration wird von den Privilegien und finanziellen Wohltaten, die heute noch tarifvertraglich abgesichert sind nur noch träumen können – ganz gleich wie sehr die sich erniedrigen und wie beflissen die Speichel lecken.

Ein anderer Spassvogel namens „Kuckucksklan“ delektiert sich:

Wer weiß, was da wirklich war – vielleicht im Suff beim Kartoffelschälen ausgerutscht un dann müssen die Braunen dafür büßen…

Derweilen feixt der psychologisch dringend betreuungsbedürftige Nazi-„Betreuer“ „Perversist„, bezugnehmend auf ein Foto, auf dem Bullen der „Soko Fürstenzell“ bei der Arbeit zu sehen sind:

Wenigstens sehen die Beamten auf dem Foto so aus, als ob sie bei ihrer Arbeit eine Menge Spaß hätten. SoKo Mannichl = Raus aus dem Alltagstrott, weg vom harten Tagesgeschäft in Ausländerghettos und kriminellen Milieus, rein in die bizarre, schaurig-schöne Welt der Schlangen- und Kreuznazis, der mysteriösen Lebkuchenkiller und blitzartig genesenden Mannichl-Robocops …

Anerkennend zitiert wird von den Nazis die „Augsburger Allgemeine“:

Mannichl war am 13. Dezember vor seinem eigenen Haus niedergestochen worden. Der Polizeichef beschrieb den Täter als kahlköpfigen, großen Mann mit einer auffälligen Tätowierung. Doch trotz intensiver Fahndung der 50-köpfigen Sonderkommission „Fürstenzell“ gibt es bislang keine Spur. Stattdessen drängen sich Fragen auf:

Warum kann der erfahrene Polizeibeamte Mannichl keine bessere Beschreibung des Täters liefern oder ein Phantombild anfertigen, obwohl der ihm eine ganze Zeit lang gegenüberstand?
Warum hat Mannichl sich nicht gewehrt gegen einen Angreifer mit Messer, der erst noch zwei längere Sätze aufsagt?
Warum greift ein Attentäter zu einem Küchenmesser, das zufällig auf einer Fensterbank neben dem Eingang liegt und benutzt nicht eine eigene Waffe?
Und warum wusste der Angreifer überhaupt, dass das Messer aus dem Haushalt Mannichl dort liegt?

Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Ja, es gibt bisher noch nicht einmal den Versuch einer Erklärung seitens der Ermittler.

Link.
Vgl. auch Altermedia.

Besonders aufschlussreich ist ein statement von Rassistenpapst Agrippa„, in dem sich leider deutlich bewahrheitet, wovor wir bereits in unserem oben verlinkten Artikel gewarnt hatten: Der Schulterschluss zwischen Nazis und Bullen, über den auch der Mannichl-Hype nicht hinwegtäuschen kann:

Ich möchte hier auch darauf hinweisen, dass ich von einer allgemeinen Diffamierung der deutschen Polizei überhaupt nichts halte, denn letztlich sind alle Polizeibeamten auch nur Menschen, die ihrem Beruf nachgehen, die Mehrheit aus achtbaren Gründen. Beurteilen kann man hier nur jeden einzelnen für sich, als Menschen und Person, wie er mit seiner Machtbefugnis und Verantwortung umgeht. Es ist in meinen Augen hochgradig kontraproduktiv, wie es manche hier schon taten, die Polizei „zum Feind zu erklären“.

Auch wer negative Erfahrungen bei Demonstrationen oder Hausdurchsuchungen und dergleichen machen musste, sollte sich bewußt bleiben, dass es sich hier oftmals um spezielle Kommandos handelt oder Beamte, die man absichtlich solange gefrustet in Reih und Glied stehen ließ, bis sie auf jede Provokation mit Gewaltexplosionen reagierten – in dem man ihre menschlichen Schwächen ausnutzte. Das ganze Spiel, welches man hier so oft im Zusammenhang mit Demonstrationen beschrieben bekommt, hat doch Methode und soll sowohl die Polizeibeamten, wie die rechtsorientierte Fundamentalopposition dazu bringen, gegeneinander vorzugehen, sich „zu hassen“.

Wer dem nachgibt – auf beiden Seiten – der spielt nur dem manipulativen und ausbeuterischen liberalkapitalistischen System in die Hände, welches jede qualitative Fundamentalopposition stigmatisieren und die Ordnungshütern zu willigen Vollstreckern des politischen Unrechts degradieren möchte.

Auf die Pressemeldung „“Gewaltbereite Neonazis greifen zunehmend Polizisten an. Das ist eine neue Strategie““ antwortet „Agrippa“:

Falsch. Das ist die Strategie der politischen Manipulatoren, welche dem deutschen Volk das Erkennen der ureigenen Interessen verunmöglichen möchte. Leider ist diese Strategie der ständigen Provokationen, auch durch eingesetzte Agenten und Provokateure „in den rechten Reihen“ und einer von langer Hand geplanten ansteigenden Gewaltspirale zum Teil aufgegangen, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn genau das war beabsichtigt um jeden Schulterschluss zwischen Polizeikräften und Konservativen mit der rechten Fundamentalopposition zu verunmöglichen, nichts anderes war der Zweck dieser Dauerprovokationen, die ihn gezielter Gewalt innerhalb und geistiger Entfremdung dieser deutschen Kräfte gipfeln sollten.

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1411838&postcount=764

Mit querfrontlerischem Vokabular, verschwörungstheoretischen Untertönen und unterschwelliger Anbiederung an Bullen, System und ‚brav ihren Dienst tuende‘ Beamte wirbt man also in Nazi-Kreisen mittlererweile wieder um die Sympathie der kleinen und grossen Mannichls. Eine solche Strategie droht umso mehr zum erfolg zu werden, als nun, nach der Peinlichkeit des Falls Mannichl ein backlash zugunsten der Nazis zu erwarten ist. Es muss nicht erwähnt werden, dass diese Nazi-Strategie in jeder Hinsicht gefährlicher ist als jede beliebig grosse Horde glatzköpfiger Lebkuchenmesserstecher aus der multimedialen twilight zone.

Die Übersteigerte Mannichelei der bürgerlichen Presse und leider auch etlicher linker/antifaschistsicher Gruppen und Parteien hat aber noch einen anderen unangenehmen Nebeneffekt. Sie drängt andere Fälle rechter Gewalt in den Hintergrund. Wer will nach der peinlichen Geschichte mit dem Lebkuchenmesser schon noch etwas von wirklichen Nazi-Opfern wissen? Z.B. von Thorsten Lamprecht …?

25. Dezember 2008

Zur Nazi-Attacke in Passau

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin

Seit dem am 13.12.08 in Passau ein Polizeichef von vermutlich Neonazis attackiert wurde, sprechen Medien, Politik und Polizei von einer „neuen Qualität“ neonazistischer Gewalt. Neue Qualität? Eine „neue Qualität“ hat höchstens der berechtigte Ermittlungseifer der Poliizei erreicht. Eine 20köpfige Sonderkommission sucht die Angrifer, der Polizeichef hat das Krankenhaus Ende Dezember verlassen. Niemand sucht mehr nach den Mördern von Thorsten Lamprecht, der 1997 von Nazis in Magdeburg ermordet wurde.

Seit 1990 wurden rund 150 Personen von Neonazis ermordet. Die BRD-Regierung spricht jedoch nur von 40 Morde. Allein im Jahr 2008 fünf Menschen: Info. Bei zahlreichen Überfällen und Morden auf weniger prominente Opfer blieben die Täter unbekannt oder wurden Angeklagte zu lächerlichen Strafen verurteilt.

Link.

Erwähnenswert ist noch, was in Richtung der Nazi-Demo in Passau geplant ist. Manche Stimmen aus dem braunen Sumpf meinten da etwas von einer neuauflage des infightings zwischen NPD und „Freien“ unken zu müssen. Nazi-Multifunktionär Christian Worch stellt das richtig und schreibt in dem besagten Thread im Thiazi-Forum:

Zum Beitrag von @ vorndran:

Gemach mit der Kritik. Weder parteifreie Kräfte in Bayern noch ich haben in dieser Sache Grund, uns über die NPD zu beschweren. Fakt ist folgendes:

Am 18. Dezember kam der Gedanke auf, eine Protestdemonstration durchzuführen. Ein prominenter parteifreier Aktivist aus Bayern kontaktete diverse NPD-Verbände aus der Region bis hin zum Landesverband. Alle stimmten zu und sagten Mitwirkung bzw. Unterstützung zu. Daraufhin wurde die Demonstration am 20. Dezember angemeldet. Wegen gesetzlicher Bestimmungen durfte erst drei Tage später dafür geworben werden. Daß die NPD sich mit der Werbung ein wenig mehr Zeit ließ (Verlinkung auf der Landesseite Bayern bzw. ab heute Wiedergabe des Aufrufs auf der Bundesseite), liegt daran, daß eine Partei nun mal ein wenig bürokratischer ist als parteifreie Aktivisten. Das ist ein allgemeines Problem und kann der NPD im vorliegenden Fall nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Der Parteijustitiar Frank Schwerdt wurde in dieser Sache noch nicht persönlich kontaktet, weil seine Hilfe nicht nötig ist. Würde ich seine Hilfe brauchen, würde mir diese zweifellos zur Verfügung stehen, genauso, wie umgekehrt ich ihm helfe, wenn dies erforderlich ist und eine entsprechende Frage oder Anforderung von ihm kommt. Wir stehen insbesondere in versammlungsrechtlicher Hinsicht in regelmäßígem Informationsaustausch.

Ein norddeutscher Landesvorsitzender hat mir ungefragt, also von sich aus, finanzielle Unterstützung für den Fall angeboten, daß das Verfahren gegen das Verbot scheitern sollte. Ich habe keine Zweifel, daß auch andere NPD-Verbände diesbezüglich mithelfen würden, wenn es nötig wäre. Ich gehe aber davon aus, daß der Rückgriff auf diese freundlichen Hilfsangebote gar nicht notwendig sein wird, weil ich annehme, daß wir das Verfahren gewinnen werden.

Wie ich schon in der Kommentarspalte von Altermedia dargelegt habe: Zumindest Teile der NPD in Bayern sind von der Repressionswelle auch betroffen. Vielleicht nicht so spektakulär wie einige parteifreie Kameraden, aber sie sind durchaus auch betroffen. Die NPD insgesamt ist ebenfalls betroffen, weil der Fall Mannichl – inzwischen von dem konkreten Fall losgelöst – mal wieder eine der zyklischen Diskussionen über ein NPD-Verbot losgetreten hat.

Gerade weil ich als Parteikritiker (und damit auch speziell Kritiker der NPD) bekannt bin, lege ich Wert darauf, daß die NPD nur da kritisiert wird, wo dies angemessen und begründet ist. In diesem Fall ist bis auf die erwähnte bürokratische Schwerfälligkeit der NPD keine Kritik angemessen.

Grüße
Christian Worch

Link.

D.h. die Sache ist durchaus ernst zu nehmen, auch wenn Worchs langatmiges gesabbel natürlich einige Risse in der braunen Einheitsfront notdüftig zu übertünchen versucht. Es sieht aber vorerst doch so aus, als ob NPD und „freie Kräfte“ hier tatsächlich wieder gemeinsam agieren könnten. Der dämliche Fall Mannichl hat also noch einen weiteren unbeabsichtigten Effekt: Er schweisst die rechte Szene zusammen.

Sofern sich die Aktion nicht noch rechtlich verhindern lässt, wird mit einem massiven Nazi-Aufgebot in Passau zu rechnen sein (background: http://npd-blog.info/?p=2604).

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Hetzen, drohen, aufstacheln: Nazi-Foren und rechte Gewalt

Posted in Aktuelles with tags , , , , , , , , , , , on 28. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Nazi-Gewalt

Nicht zum ersten Mal lesen wir in den Medien sowas wie den folgenden Artikel:

Mecklenburg: Bürgermeister in rechtem Forum mit Mord bedroht

© ZEIT online, Tagesspiegel | 27.12.2008 20:44

Hans-Peter Gossel, Bürgermeister im westmecklenburgischen Warin, sieht sich in einem rechtsextremen Internetforum mit Morddrohungen konfrontiert. Er steht unter Polizeischutz.

Nach Drohungen in einem rechtsextremen Internetforum steht der Bürgermeister der westmecklenburgischen Kleinstadt Warin (Kreis Nordwestmecklenburg) unter Polizeischutz. Wie der NDR am Samstag berichtete, soll es sich um „Morddrohungen“ gegen den parteilosen Hans-Peter Gossel durch Unbekannte handeln. Der Text in einem nicht näher benannten Forum sei offenbar bereits vor einigen Tagen veröffentlicht worden. Darin sei auch Bezug auf den Anschlag gegen den Passauer Polizeichef Alois Mannichl genommen worden. Als Hintergrund wird laut dem Bericht ein Streit um einen beabsichtigten Immobilienkauf der Interim Partei Deutschland (IPD) in Warin vermutet.

Nach Angaben des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern gebe es Hinweise darauf, dass die Partei „Bezüge zum Rechtsextremismus hat“, berichtete der NDR. Dies müsse aber noch geprüft werden, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Sender. Die Polizei nehme die Bedrohung sehr ernst und habe entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen. Laut den „Lübecker Nachrichten“ wird die IPD vom schleswig-holsteinischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. (mpr/ddp)

http://www.zeit.de/news/artikel/2008/12/27/2693108.xml

Es handelt sich dabei um folgende Äusserung eines gewissen „Wetekamp“ aus der Altermedia-Kommentarspalte (eigentlich kein Forum):

„Aauuuuufffffffpasssssssssssäääännnnn!!! Hoch-Zeit der Lebkuchenmesser!! Das nächste „Opfer” stellt sich zur Verfügung. Gossel? Kommt von Gössel = Gans. Weihnachtszeit, Weihnachtsgänsezeit …“

http://de.altermedia.info/general/kennt-wer-die-ipd-201208_20538.html#comment-408848
Vgl. http://www.mvregio.de/show/183686.html
Eine nicht zu leugnende Tatsache ist, dass auch  Nazi-Foren wie das Thiazi Forum als Plattformen zur Verbreitung rechter Hetze gegen Andersdenkende, AusländerInnen und andere bei den Nazis verhasste Gruppen immer beliebter werden. Dabei geht es keineswegs nur um allgemeine Stimmungsmache und Hetze, sondern es werden immer öfter und immer offenherziger auch richtig gehende Drohungen gegen konkret benannte Personen ausgesprochen. Nicht selten werden solche Drohungen auch in die Tat umgesetzt (siehe Fall „Mannichl“!) Hunde die Bellen beissen nicht, heisst es. Im Fall der räudigen Nazi-Köter ist es genau umgekehrt. Ihr Gekläffe ist deshalb sehr ernst zu nehmen und sehr genau zu beobachten.

Ein paar Stilblüten aus dem Thiazi-Forum:

Lange vor dem Fall Mannichl schrieb im Februar (!) 2008 ein Thiazi-User namens „kolonne-oberland“ (ein boarisch-braunes Urviech wie frisch aus dem Schweinekoben):

Verfolgung der Opposition auch in der BRD

Während Bundeskanzlerin Merkl die Unterdrückung der Opposition in aller Herren Länder kritisiert, werden auch im Landkreis Passau die Grund- und Menschenrechte mit Füßen getreten. Unter der Federführung des Passauer Polizeidirektors Alois Mannichl werden “Wirte gefügig gemacht” (PNP berichtete), Versammlungsteilnehmer müssen scharfe Polizeikontrollen über sich ergehen lassen und nun werden die Arbeitgeber junger Kameraden von Beamten der Kripo Passau aufgesucht. Um die nationale Opposition an den Pranger zu stellen wird über die Mitgliedschaft in der NPD informiert und Probleme am Arbeitsplatz sind vorprogrammiert. Man denkt unweigerlich an vergangene Zeiten und zweifelt des öfteren am Untergang des DDR-Regimes mit ihren Stasi-Methoden.

Link.
Mannichl wird hier persönlich als Feindbild aufgebaut, um eine Hetzcampagne gegen ihn anzuzetteln. Die erste Stufe in einer Spirale der Enthemmung und Entmenschlichung des Opfers, die dann folgerichtig zu dem Nazi-Anschlag im Dezember geführt hat! Anonyme oder halb anonyme Rechte Hetze im Internet bereitet der rechten Gewalt den Nährboden, stachelt auf, enthemmt.

Ein anderes Beispiel: Zum Satansmord von Sondershausen schreibt ein krankes Individuum namens „TYRAS“:

Ich möchte mich meinen Vorredner“Sick Disease“ anschliessen,ich halte auch das Ausschalten von pol. oder sonst welchen Gegnern,die einen existenziell schaden wollen(können),für legitim.Die Frage die sich jetzt manche stellen ob die Bedrohung,die von Sandro Beyer ausging wirklich existenziell war ,kann ich nat. nicht beantworten,aber ich möchte einfach mal daran erinnern das töten etwas menschliches ist !Jeder Mensch ist zum töten fähig!-Ihr meint zu töten wäre schwer,doch wo kommen all die Toten her?!

Link.

Diese Verherrlichung bzw. Verharmlosung brauner Gewalt- und Mordaktionen ist überaus typisch für das ganze Thiazi-Forum und seine Mitglieder.

Weiter heisst es, von dem selben „TYRAS“ mit unglaublicher Offenheit:

Töten ist notwendig zum überleben. … ….WER WIND SÄHT WIRD STURM ERNTEN !

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=981557&postcount=72

Ein anderer namens „Skuld“ schreibt etwas „ausgewogener“:

Dieser Mord wird für den Mörder ein Teil seines Lebens, ob gewollt, oder nicht. Allerdings muss man sagen, dass Möbus ja zu seiner Tat steht, auch wenn er dem zugegebenerweise eher unemotional gegenüberzustehen scheint. Auch weiß ich, dass die Mutter des Toten sicher sehr leidet. Allerdings tut/tat Möbus der „Bewegung“ ja auch einiges, indem er seine Musik veröffentlicht. 😉
Man muss immer überlegen, was diejenige Person trotz ihrem Fehler noch tun kann.
Und ich muss gestehen, ich mag die Musik von Absurd, das Alte und das Neue.
😀

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=991018&postcount=113

Auch wenn manche Thiazi-user solchen Aussagen immer wieder mit gespielter Entrüstung widersprechen, ist doch klar, dass hierin der Konsens der Nazis besteht. Gewalt – bis hin zum Mord – ist für die virtuelle SA von heute ebenso ein „legitimes“ Mittel wie für ihre Vorbilder von damals.

Das wird noch deutlicher in einem Thread namens „Freiheit für Kay Diesner und alle anderen politischen Gefangenen„.

Ein User namens „Tears of Mind“ schreibt dort über den Mordversuch des Nazis und Mörders Kay Diesner an einem linken Buchhändler:

Der Buchhändler hat doch das gekriegt was er verdient hat

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332311&postcount=13

Thread starter „adlerfisch“ (ein Nazi mit der Intelligenz eines Guppis) verharmlost:

Er hat nicht aus Spaß oder Langeweile so gehandelt. Jeder der so unqualifiziert rauslabert sollte mal mitmachen was Kay mitgemacht hat, dann würde er es anders sehen.


http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332575&postcount=16

Ein weibliches Stück Nazi-Kacke namens „NoRemorseW“ kläfft hinterher:

Über eins müssen wir uns im klaren sein.
Kay wird mit oder ohne Anhörung nie wieder raus kommen.
Und das weiß er selber.
Er redet den ZOG-schergen nunmal nicht nach Mundart sondern bleibt sich und seinen Idealen treu und das ist dem Staate ein gewaltiger Dorn im Auge.
Ich sehe es genauso,dass 16 Jahre mehr als genug sind.
Aber bei manchen Leute hier redet man eh gegen eine Mauer,dass Kay den Polizisten nicht einfach so erschossen hat.

http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1332614&postcount=23

Eigene Gewalttaten relativieren und verharmlosen und dann alles auf „ZOG“ schieben und sich als Opfer „des Systems“ fühlen. Nazi-Selbstmitleid + Nazi-Paranoia in Bestform!

Ach ja … man kann im Thiazi Forum auch Soli-T-Shirts („T-Hemden) für den verurteilten Mörder Kay Diesner bestellen:

Diesnertshirt
http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=131725

So viel zur „kritischen Distanzierung“ der Nazis von Gewaltakten à la Mannichl.

„Einsperren, isolieren, verbieten“

Posted in Aktuelles, Gastbeiträge with tags , , , , , , , , , , , , , , on 19. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Mal was zum Nachdenken …

(passt auch gut zu unserem Beitrag von vorgestern:
Geklaut (in tiefer Bewunderung) von Burks‘ Blog: ^^

Einsperren, isolieren, verbieten

Der übliche kulturpessimistische Diskurs vorweg: Ich finde die Lektüre der meisten Medienberichte online sehr anstrengend. Die Hälfte der Informationen, die ich gern hätte, wird mir verweigert – die Quellen ohnehin. Es dauert oft noch einmal so lang, die selbst zu recherchieren. Vielleicht bin ich auch nur zu wissendurstig oder zu neugierig. Aber bei dem, was sich hierzulande “Online-Journalismus” schimpft, ist die allgemeine Verblödung nicht weit. Ich lese gewöhnlich – neben Heise natürlich – nur Spiegel Online, Zeit online und oft Welt online und suche mir anschließend die Fakten selbst zusammen, um zu sehen, was vielleicht wirklich geschehen ist.

Wir sammeln heute die gewohnten Textbausteine zum Rechtsextremismus (Echo: ismus, ismus, ismus…), wie wir sie seit zwei Jahrzehnten schon kennen. Die Bösen werden immer böser. Die Gesetze müssen immer mehr verschärft werden. Die NPD muss immer öfter verboten werden. Flankiert werden diese Sinnsprüche von kleineren Fragmenten wie “Flagge/Gesicht zeigen“, “mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Rechtsextremismus bekämpfen“, “Kampf ansagen”. “Die Rechten werden immer gewalttätiger“. – “Neue Qualität”. – “Härtere Strafen“, “Härter durchgreifen“.

Im allgemeinen hysterischen Tohuwabohu fällt dann nicht mehr auf, was gewisse Lobbyisten in Wahrheit fordern. In MDR Info sagt Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei: “Diese Leute gehören eingesperrt und isoliert.” Die Kollegin Franziska Weber fragt nicht nach, nein, sie lässt die unglaubliche Forderung einfach so passieren. Vermutlich würde man beim MDR auch nicht kritisch nachhaken, wenn der Apparatschik einer Polizei-Lobbyorganisation ein deutsches Guantanamo forderte. Isolationshaft, ja bitte? Und welche gesetzliche Grundlage gibt es dafür? Wenn schon die Gewerkschaft der Polizei sich traut, offen Maßnahmen zu fordern, die den Rechtsstaat verhöhnen, wie handeln dann Polizisten auf der Straße?

“Auch der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), forderte härtere Strafen für rechtsextreme Gewalttäter”, liest man bei Spiegel Online. Ja, Edathy möchte sich zum künftigen Innenminister qualifizieren und produziert bei allen möglichen Anlassen demenstsprechende Schäuble-kompatible Parolen. Härtere Strafen? Wie hart denn noch? Lieber Herr Edathry: Wann müssen die Strafen nicht mehr härter sein? Wann ist Schluss? Ich hätte gern jetzt schon Informationen über das Maximum an Strafen, das möglich ist. Einstweilige Erschießungen gegen Neonazis und die, die der regierungsamtliche “Antifaschismus” als solche definiert hat?

“Seehofer brachte auch ein neues NPD-Verbotsverfahren ins Spiel.” Schöne und passende Formulierung: “ins Spiel bringen”. Ja, weil es nicht ernst gemeint ist. Die Zeichenketten melden, durchführen und verbieten gehören zum Standardrepertoire der alarmistischen Attitude der Medien. Die heuchlerische Aufgeregtheit verschwindet in der Regel so schnell, wie sie gekommen ist.

Tut mir leid, aber ich schreibe seit fast zwei Jahrzehnten Artikel und Bücher über Rechtsextremismus. Ich kann die hohlen Phrasen und das tagesaktuelle Politikergewäsch zum Thema einfach nicht mehr hören.

Nachtrag: Warum verbreiten diverse Medien, darunter die taz, die merkwürdige Falschmeldung, die Nazi-Website altermedia.info sei nicht mehr zu erreichen? Ich kann hier alles lesen.

„Stern“: Nazi Terror rechtfertigt Internet-Zensur (!)

Posted in Aktuelles, Antifa with tags , , , , , , , , , , on 17. Dezember 2008 by Thiazi Watch

Auch das Establishment-Blatt „Stern“ befasst sich mit der widerlichen Neonazi-Hetze gegen den Passauer Cop Mannichl im Thiazi-Forum. Der subtext ist ein ganz anderer:

Kuck mal wer da hetzt ...

© Picture-Alliance
Eine Internet-Seite mit einem Bild von Adolf Hitler und Nazi-Symbolen: Das Netz hat sich auch zu einem Tummelplatz für Rechtsextreme entwickelt

16.12.2008, 16:09 Uhr

Attentat von Passau:

Rechte reagieren mit Hetze im Internet

Von Axel Hildebrand

Offiziell verurteilt die NPD-Spitze den Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl. Aber im Internet toben sich braune Gesinnungsgenossen unverhohlen aus. Das Netz ist mittlerweile zur zentralen Kommunikationsplattform der Rechten geworden. Neonazis nutzen die Technik zusehends gekonnt.

Die Fassade des nationalen Friedensstifters hielt Udo Voigt nur einen Absatz lang aufrecht. „Schärfstens“ missbillige er den Angriff auf den Polizisten Mannichl, der „hinterhältige Anschlag“ gehöre sich nicht, schrieb der Chef der rechtsextremen NPD auf der hauseigenen Homepage.

Aber nach nur wenigen Zeilen schien Voigt das Gefühl zu haben, die Dinge doch wieder ins rechte Verhältnis setzen zu müssen. Opfer hin oder her, klar ist für ihn auch: „Der Passauer Polizeichef hat sein Amt wiederholt missbraucht. Mit seinen Mitteln war er nie zimperlich und (hat) die Grenzen des rechtlich Zulässigen in bedenklicher Weise missachtet.“

NPD-Chef: „Mannichl hat das politische Klima verschärft“

Wer angefangen hat mit der Gewalt, ist für Voigt ziemlich klar: „Mannichl hat ständig das politische Klima in seinem Einzugsbereich verschärft und die Eskalation angeheizt.“

Im Internet kann jeder, solange er keine volksverhetzenden Inhalte verbreitet, erst einmal ungestraft seine Gedanken öffentlich machen. Auch die NPD macht sich das zunutze – wie eine Vielzahl rechtsextremer Vereinigungen und Foren. Das Internet ist mittlerweile zu der zentralen Kommunikationsplattform auch von Rechtsextremisten geworden.

Der Fall des Anschlags auf den Passauer Polizei-Chef Mannichl wirft ein Schlaglicht auf diese Entwicklung. Im Forum der „germanischen Weltnetzgemeinschaft“ geben sich die Beteiligten, anders als NPD-Mann Voigt, nach dem Anschlag nicht die geringste Mühe, ihre Ansichten zu verbergen. Der Polizist, der den Angriff nur knapp überlebte, wird beschimpft und beleidigt. „Ein Knecht des Systems bekommt die Teilstrafe für seine Tat“, heißt es dort etwa. Oder: „Will der Sack jetzt auch noch Mitleid haben?“ Ein User sinniert über die Frage, ob Mannichl über sein Brotmesser gestolpert sei, und „weiß, dass keine Versicherung für seine Verletzungen, die er sich aus Leichtsinn zugezogen hat, aufkommen wird“. Ein anderer schreibt: „Dieser Mann hat böse Augen und einen bösen Mund“, er sehe aus „wie von Hass zerfressen“.

Die Zahl der rechtsextremen Webseiten hat zugenommen

In den vergangenen Monaten hat die Intensität, mit der sich Rechtsextreme im Netz austauschen, noch einmal kräftig zugenommen. 1635 rechtsextreme Webseiten in deutscher Sprache zählte das Portal „jugendschutz.net“, das von der Bundeszentrale für politische Bildung finanziert wird, im vergangenen Jahr. Dazu kamen 750 unzulässige Videos auf Plattformen wie dem Videoportal YouTube. Die Auswertung für das aktuelle Jahr ist noch nicht abgeschlossen, allerdings war die Internetaktivität 2008 „wesentlich höher“ als zuvor, sagt Projektleiter Stefan Glaser stern.de.

Gerade für Jugendliche gibt es viele Angebote. Auf der Homepage der NPD kann sich jeder Grundschüler die „Schulhof-CD“ herunterladen, die braune Helfer immer wieder vor Schulen verteilt haben. Die Lieder („Vetriebenenballade“, „Das Mädchen mit der Fahne“) sollen junge Menschen in die rechtsextreme Gedankenwelt locken.

Die Rechtsextremen erobern das Web 2.0

Auf Videoportalen werden Hinrichtungsszenen gezeigt, in Community-Portalen wie SchülerVZ stellen Rechtsextreme Profile ein, über Handys werden Propagandavideos verbreitet. Die Rechtsextremen erobern das Web 2.0 und missbrauchen Social Communities und Videoportale, um Jugendliche anzusprechen, heißt es bei „jugendschutz.net“.

In Auktionshäusern werden Ausgaben von „Mein Kampf“ oder Dolche mit Hakenkreuz gehandelt. Branchenprimus Ebay geht mittlerweile rigide dagegen vor, kleinere Plattformen lassen Händler häufig gewähren. Auf hood.de steht Nostalgisches im Angebot: Ein silberner Löffel etwa, gestempelt mit Reichsadler und Hakenkreuz, zum Startpreis von 22,50 Euro.

Zunehmende Professionalisierung

Stefan Glaser von „jugendschutz.net“ hat ein Team von vier Mitarbeitern, die im Internet das rechtsextreme Gedankengut überwachen. Neben dem rapiden Anstieg der Inhalte macht ihm die zunehmende Professionalisierung Sorgen. „Die Seiten wirken moderner, ständig aktualisierte Blogs sind keine Seltenheit mehr“, sagt Glaser. Auch seien sie häufig nicht auf den ersten Blick als rechtslastige Websites erkennbar.

Die Technik sei mittlerweile einfach zu beherrschen, detaillierte Kenntnisse seien nicht mehr nötig, berichtet Glaser. Jeder könne sich mittlerweile einen Blog einrichten. Zudem gebe es in der braunen Szene technische Unterstützung, etwa von Seiten rechtsextremer Hostprovider.

Beschimpfungen und Beleidigungen

Erst durch das Internet, schreibt ein Teilnehmer in einem rechten Forum, könne er auch andere Meinungen als die der „Massenmedien“ lesen. Er spricht ganz ernsthaft von einem „Meinungspluralismus“.

Glaser und seine Mitarbeiter müssen Tausende solcher Forenbeiträge lesen. Verboten sind solche Inhalte aber nur, wenn darin zum Beispiel rassistische Äußerungen oder Leugnungen des Judenmordes vorkommen. Dann müssen sie von den Serveranbietern stillgelegt werden.

Mitarbeit: Manuela Pfohl

Link.

Sorry „Herr“ „Glaser“ von der Schäuble-Gestapo. So gehts aber auch nicht!!

Einerseits:

wenn darin zum Beispiel rassistische Äußerungen oder Leugnungen des Judenmordes vorkommen. Dann müssen sie von den Serveranbietern stillgelegt werden

Es gibt auch plätze im www (z.B. Thiazi), die nicht so einfach „still gelegt“ werden können weil die „serveranbieter“ nicht deutschen Recht unterliegen. Und wenn doch (z.B. durch Hack … zensur …. filter you name it), dann ziehen sie eben auf eine andere Adresse um oder suchen sich einen neuen Namen, eine neue Identität. Zensur wird immer irgendwie unterlaufen, macjh dir nix vor, dummerchen! Das wissen die Nazis auch. Deswegen unsere offensive Strategie gegen Zensur und Obrigkeits-Bevormundung! Kopf in den Sand stecken oder wegschauen ist ein Zeichen von Schwäche! Wo Nazis hetzen und Propaganda verbreitet gilt es im Gegenteil GANZ GENAU hinzuschauen, weil man nur so in ihre Kranken Hirne einblick bekommt und rauskriegt wie sie funktioierenn, damit man sie platt machen kann (mit Argumenten oder eben mit anderen Mitteln). Den Nazis keine ungestörten Rückzugsräume gönnen!

Zweitens: Es ist ein extrem prinzipielles Problem, ob man die Meinungsfreiheit aushält oder nicht. Wir wissen, dass die Nazis Abschaum sind und dass sie nur braunen Müll verbreiten und wir wissen auch, dass wir sie deshalb nicht mit Mitteln bekämpfen dürfen, die uns quasi selber zu Faschisten machen würden. Für eine offene Gesellschaft ohne Grenzen, ohne „Nation“, ohne staatliche Repression können wir nicht kämpfen, wenn wir nur den Nazi-Faschismus durch einen anderen Faschismus ersetzen!

Auch die Einschränkung der Informationsfreiheit ist übelste faschistische Repression!

Wenn wir die braune Pest mit solchen Mitteln bekämpfen würden, wären wir nicht besser als die Faschisten.

Da hat dann sogar der im Spiegel äh … Stern zitierte (uuui! sei stolz drauf, ARsch!) bräunliche kleine Nazi-Furz „Funkensturm“ mehr Recht als der „Herr Glaser“, wenn er (nicht Glaser) schreibt:

Wenn du Meinungspluralismus haben möchtest dann informiere dich bei rechten, linken, liberalen, muslimischen Quellen, „unabhänigen Blogs“ UND den Massenmedien. Dann hast du wirklich verschiedene Ansichten und kannst dir eine möglichst gute Meinung bilden. Erst das Internet hat es uns ermöglicht, dass wir das können. Davor gab es nur eine einzige Meinung ohne jeglichen Pluralismus, denn die Massenmedien sind wie bereits gesagt sehr konzentriert (nur 6 Inhaber Burda, Holtzbrinck, Google, Springer, Bertelsmann, News Corporation). Neue Projekte wie Myspace, Youtube etc. werden einfach aufgekauft um dann Inhalte die dem zionistischen, neokonservativen Interessen widersprechen zu zensieren. Beispielsweise bekommt man Meldungen bei Youtube wie „This video is not available in your country“, Kanäle werden gesperrt, Meinungen zensiert, Aufrufe manipuliert etc.

Link.

Hmmmmm … das stimmt eigentlich. Nazi-Arsch „Funkensturm“, könnte es sein, dass du gar kein Nazi-Arsch bist? Ach nee, vergiss es! da steht ja „zionistisch“. Passt. Antisemitendreck. Der Rest ist aber eigentlich nich verkehrt (könnte fast von uns sein … ).

Zu dem „Stern“-newsartikel (s.o.) hat dann auch einer der bekannteren Thazi-Nazis, unser schweinischer Freund Nordsau wieder mal einen seiner superklugen Texte abgesondert. Kann jeder mal nachlesen. Mir ist es zu blöd das zu zitieren: http://forum.thiazi.net/showpost.php?p=1402466&postcount=364

Wie dem auch sei! Wir haben KEINE Angst davor, Nazi-Foren beim Namen zu nennen, wir haben KEINE Angst davor, jedem zu zeigen, wo die Rückzugsräume der Nazis sind, wir haben KEINE Angst davor, uns mit den Nazis offensiv auseinander zu setzen. Und wir lassen uns nicht von einer Schäuble-Gestapo vorschreiben, was wir lesen dürfen und was nicht!!

Schwarz-Braun ist die Haselnuss: Der Medien-Hype im „Fall Mannichl“ und die Folgen

Posted in Aktuelles, Antifa with tags , , , , , , , , , , , , on 16. Dezember 2008 by Thiazi Watch
Amigos gegen Rechts? - Horst Seehofer und Parteigenosse.

Amigos gegen Rechts? - Horst Seehofer und Parteigenosse.

Nachdem wir schon zeitnah über die (Kommentare im Thiazi-Forum zur Nazi-Terroraktion in Passau) berichtet hatten, haben jetzt auch die nicht-alternativen Medien (mit Verspätung) nachgezogen und ihrerseits über das Nazi-Forum und die dortigen Diskussionen zum „Fall Mannichl“ berichtet. In Österreich kam sogar im TV (ORF) ein News-Feature, in Deutschland nahm sich die Süddeutsche Zeitung des Themas an. Ob da jemand vorher auf Thiazi Watch geklickt hatte? ;-).

Das ORF-feature kann man sich hier reinziehen.

Die SZ zitiert das gleiche Posting wie das ORF aus dem auf Thiazi Watch bereits kontrovers diskutierten Thread im Thiazi Forum und noch ein weiteres dazu:

15.12.2008 12:13 Uhr

Neonazis: Attentat auf Passaus Polizeichef
Was läuft in Traudl’s Café?

In der rechtsextremen Szene feiert man im Netz das Attentat auf den Passauer Polizeichef als Erfolg. So schreibt im „Thiazi-Forum“ ein Nutzer, der sich „antisem“ nennt: „Wieder einer dieser Möchtegernwiesenthals…schön das er die Früchte seiner Arbeit zu schmecken bekommt….Ob nun Nazis oder nicht….den Falschen wird es wohl kaum getroffen haben!!!“

Der Anschlag findet mittlerweile auch internationale Beachtung: Im extremistischen amerikanischen Forum „Vanguard News Network“ schreibt etwa ein Nutzer: „Wollen wir hoffen, dass deutsche Nationalisten hinter dem Anschlag auf den Verräter stecken. Das würde zeigen, dass unsere Kameraden auf dem richtigen Weg sind.“

Ein anderer Nutzer postet im „Thiazi-Forum“: „Ich frage mich nur immer wieder, wie sich denn manche hier eine Revolution und künftigen Umsturz vorstellen?!? Einerseits wird immer herumgeschrien und mit den bösesten T-Hemden auf der Straße herumgelaufen, andererseits aber sofort empört losgeschrien, wenn es dann wirklich mal einen Feind unseres Volkes trifft.“

Feind des Volkes? Der Politologe Armin Glatzmeier, der an der Universität Passau im Bereich Rechtsextremismus lehrt, sagt dazu: „Man sieht in der rechtsextremen Szene ein deutliches Gewaltpotential, das dem politischen Gegner das Menschsein aberkennt.“ Zum anderen werde durch die Kommentare im Netz deutlich, dass die Gewalttat von einem erheblichen Teil der Nutzer befürwortet wird. „Das grundsätzliche Gewaltpotential, das in den letzten Jahren eher latent war, ist also nach wie vor gegeben“, sagt der Wissenschaftler.

Ähnliche Beobachtungen schildert auch der Greifswalder Politikwissenschaftler Dierk Borstel. Er stellt auf rechtsextremen Internet-Seiten einen deutlichen Wandel im Tonfall fest. „In Foren werden Drohungen immer unverhohlener ausgesprochen“, sagt er. „Ich glaube man kann inzwischen von einer Gewaltkampagne gegen diejenigen reden, die auf die Rechtsextremisten die höchste Repression ausüben können, die Polizei. …

Link.

Ja, was sagen wir nun dazu?

Einerseits begrüssen wir es sehr, dass die SZ und ORF offensichtlich erkannt haben, dass in dem, was in Nazi-Foren wie „Thiazi“ gepostet wird, eine nicht zu unterschätzende Gefahr liegt und dass die braunen Netzwerke nicht nur in „Traudl’s Café“ (lol!) gestrickt werden, sondern auch im sogenannten „Weltnetz“. Vielleicht ist SZ und/oder ORF auch von uns auf diese Spur gebracht worden? Auf jeden Fall ist das zuerst mal positiv! Die braune www-Connection wird nicht mehr verdrängt, sondern wahrgenommen und ansatzweise aus der Deckung gelockt.

Andererseits, wenn man sich den Report auf ORF genau anschaut, dann hört sich das auf den ersten Blick fast an wie ein Antifa-Text (soll es natürlich auch), auf den zweiten Blick ist es aber eine Werbung für CSU-Obermotz Seehofer. Wofür steht und wofür wirbt aber Seehofer? Hören wir mal genau hin! O-Ton:

„… mit aller Härte und aller Konsequenz und mit grosser Entschlossenheit dieser neuen Dimension begegnen …“

Das ist nicht nur typische Nazi-Sprache („Härte“, „Konsequenz“, „Entschlossenheit“), dahinter steht eine kaum versteckte schwarz-braune politische Linie, die ausgerechnet mit dem Kampf gegen Rechts legitimiert wird. Was Seehofer will, genauso wie z.B. auch sein „Parteigenosse“ Schäuble und andere schwarz eingefärbten Nazis ist die Grundlage herstellen für mehr Repression (auch gegen Links, was sie natürlich jetzt nicht sagen), mehr Rechte für staatliche Schnüffler (Datenspeicherung, Bundestrojaner and so on …), also das ganze angebliche „Sicherheits“-Paket, von dem letztlich nur die Bonzen profitieren.

Vor so einem Hintergrund klingt auch der SZ-Artikel mit der ganz klar selektiven Auswahl von Sprüchen aus dem Nazi-Forum etwas seltsam (es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, daß dort NUR billigste Hetze betrieben wird. Gerade ihre Raffiniertheit macht die Web-KameradInnen ja gefährlich!). Es wäre jetzt auch kein Super-GAU wenn man mal Nazis tendenziös zitiert (man die Kameratten ja auch umgekehrt, so what!). Es kommt aber schon auch a bisserl auf die ideologische Richtung an, der man damit selbst in die Hände arbeitet. Der „Greifswalder Politikwissenschaftler Dierk Borstel“ wird von der SZ zitiert mit u.a. dem Satz:

„Ich glaube man kann inzwischen von einer Gewaltkampagne gegen diejenigen reden, die auf die Rechtsextremisten die höchste Repression ausüben können, die Polizei.

Ok, ist ja schön und gut. Die Nazis üben Gewalt aus, das ist schlecht. Wissen wir alle. Aber auf wen ist (laut Borstel) die Gewalt gerichtet? Auf „diejenigen …, die auf die Rechtsextremisten die höchste Repression ausüben können, die Polizei“. Als schlecht wird also von der SZ und ihrem „Politikwissenschaftler“ nicht die Nazi-Gewalt als solche hingestellt (was nötig wäre!), sondern die Nazi-Gewalt, insofern sie gegen Polizeirepression gerichtet ist. Dass das alles in Wirklichkeit nicht so simpel ist, haben wir schon in dem anderen Artikel geschrieben. Die Nazis sympathisieren sehr wohl auch mit den Bullen. Und die Bullen, die jetzt mit ihren CSU-Kumpels als Opfer dastehen, haben kein Problem damit, mit „Härte“ und „Entschlossenheit“ nach dem Medien-Hype auch gerne wieder AntifaschistInnen „aus dem Verkehr zu ziehen“.

Der Trick ist durchschaubar: Geschlagen wird auf den ersten Blick das Hass-Objekt Nazi-Täter, weil es gerade cool ist, gegen Rechts zu sein. Getroffen wird von dem Schlag jede einzelne BürgerIn einer offenen Gesellschaft, der damit grundlegende Rechte entzogen werden. Es wird „hinten rum“ für mehr „anti-extremistische“ staatliche Repression geworben – und das unter dem Vorwand, damit „nur“ die Nazis zu bekämpfen. Wenn das nur so wäre …

Faschismus hört nicht bei der Mitgliederliste der NPD auf. Faschismus steckt genauso im Lodenmantel der Reaktion und unter der Bullen-Uniform!

Faschisten sind auch TÄTER wie Schäuble, Beckstein, Seehofer, der mit seinem eigenen Lebkuchenmesser (?!) angepiekste „Extremisten“-Bekämpfer Mannichl und auch alle anderen, die einen autoritären, antiemanzipatären Staat verteidigen, zu dessen Opfern dann Leute wie Oury Jalloh und Alex gehören!

Nieder mit dem Faschismus in allen seinen Tarnungen! Nazis demaskieren hier und überall!